Interview mit Jens Meier (LTV Kiel-Ost), Gründer und Organisator des Kieler Fischhallenlaufs

Moin Jens, du bist im LTV Kiel-Ost der Organisator des Kieler Fischhallenlaufs und zahlreicher weiterer Lauf-Events nicht nur in Schleswig-Holstein. Dich verbindet aber auch einiges mit dem TSV Klausdorf. Nach dem Ausscheiden der Nikolauslauf-Gründer Roland Förster und Holger Tewes im Jahr 2014 warst du einer der externen Organisatoren, die den Nikolauslauf am Leben gehalten haben. Was hast du aus diesem Jahr noch in Erinnerung, wie ist es damals gelaufen?

Es ist mittlerweile schon einige Zeit her seit dem Nikolauslauf 2014. Es war aber nach meiner Erinnerung überhaupt kein Problem die Veranstaltung weiterzuführen. Ich persönlich hatte ja schon genügend Erfahrung mit Laufveranstaltungen. Der engere Kreis, hierzu gehörten seinerzeit auch der Organisator der Kieler Drachenbootrennen und jetzige Vorsitzende des Kreissportverbandes Kiel Bernd Lensch sowie aus dem TSV Klausdorf Sabine Pawlowski, war damals voller Tatendrang und natürlich wollten wir eine gute Veranstaltung abliefern.
Viele Vereinsmitglieder, die an den vorangegangenen Läufen in der Organisation des Nikolauslaufes eingebunden waren, wollten auch künftig weitermachen. Natürlich hatten wir einige Probleme aus dem Weg zu räumen, aber am Veranstaltungstag lief alles super. Die Zusammenarbeit mit allen Leuten war hervorragend.

 

Du bist Gründer und von Anfang an Organisator des Kieler Fischhallenlaufs. Wie lange machst du diesen Lauf bisher und was hat sich verändert?

Ich organisiere den Fischhallen-Lauf nun schon 18 Jahre. Mit 600 Starter*innen haben wir 2005 angefangen, jetzt sind wir bereits im Januar mit 1000 Läufern ausgebucht gewesen. Der Lauf hat sich mittlerweile als Lauf-Event in Schleswig-Holstein fest etabliert. Wir alle, die diese Veranstaltung organisieren, sind Läufer*innen und wissen, was man von uns erwartet. Die Anforderungen und Erwartungen haben wir selbst hochgeschraubt, dennoch versuchen wir weiter an den Verbesserungsschrauben zu drehen und – vor allem - es macht noch immer viel Spaß.

Es ist ein schönes Gefühl, wenn zum aktuellen Lauf am 22. Mai um 7:30 Uhr vor dem Startschuss ca. 80 LTVer*innen bereit sind zu helfen und sich ehrenamtlich zu engagieren. Ich möchte aber auch an dieser Stelle besonders darauf hinweisen, dass wir eine solche Veranstaltung ohne die vielen Sponsoren nicht so durchführen könnten. Alle Sponsoren halten uns über Jahre die Treue.

 

Was haben zwei Jahre Corona mit deinem Laufevent gemacht? Haben sich die Herausforderungen für die Organisatoren verändert?

Es hat und wird sich an Form und der Austragung der Veranstaltung nichts ändern. Auch nach Corona werden wir mit viel Schwung in jede neue Veranstaltung gehen.

Geändert hat sich allerdings etwas bei den Teilnehmern: Es ist erkennbar, dass sich etliche Läufer*innen doch noch nicht trauen, an solchem Gedränge und Gewusel teilzunehmen. Das schmälert aber nicht unseren Elan und wir werden wieder mit viel Engagement loslegen.

In der Coronazeit haben wir dennoch einiges umgestellt. Bei unserem Lauf gibt es jetzt keine Pappbecher auf der Strecke und im Zielbereich mehr. Wir verwenden wiederverwendbare Becher, die wir bis zu 400 mal einsetzen können. Im Zielbereich gibt es bei uns nur Porzellangeschirr.

 

Siehst du noch Bedarf an neuen Lauf-Events angesichts der bisherigen Anzahl?

Aktuell eigentlich nicht.

 

Hast du neue Pläne? Ich denke dabei an den Kieler-Förde-Marathon, den du im letzten Jahr zum ersten Mal durchgeführt hast.

In diesem Jahr und zwar am 28. August machen wir diesen Lauf zum zweiten Mal. Die Teilnehmerzahl von maximal 250 haben wir noch lange nicht erreicht, daher ist sicher noch Luft nach oben. Andererseits möchten wir diese Veranstaltung auch so „klein“ halten, da der Aufwand für die Ehrenamtlichen, diesen Marathon um die Förde zu organisieren doch ziemlich groß ist.

 

Vielleicht zum Schluss noch eine persönliche Frage: Hast du schon mal angesichts der widrigen Randbedingungen ans Aufhören gedacht, auch wegen deines Alters?

An das Aufhören wegen widriger Randbedingungen habe ich noch nie gedacht. Ich sehe es für mich immer als besondere Herausforderung an, Lösungen zu finden wenn es kompliziert wird. Diese Herausforderungen nehme ich aber gerne an.

Wegen meines Alters habe ich schon vor Jahren meine Mitstreiter gebeten, doch mal den Staffelstab zu übernehmen! Leider hat sich bisher niemand getraut in meine Fußstapfen zu treten, obwohl eigentlich alles sehr gut läuft. Aber es kommt sicherlich der Tag, an dem es notwendig wird.

 

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Jens Meier

Interview mit Thomas Niggemann, Geschäftsführer Breitensport im Landessportverband Schleswig-Holstein (LSV)

Thomas, du bist im LSV Geschäftsführer im Bereich Breitensport. Da nicht alle Leser mit der Sportorganisation vertraut sind, kannst du kurz deine Aufgaben als Landesgeschäftsführer darstellen?

Der Geschäftsbereich Vereins- und Verbandsentwicklung/ Breitensport ist einer der größeren Geschäftsbereiche im Landessportverband Schleswig-Holstein. Zum einen sind hier die zahlreichen sozialen Programme und Projekte wie „Integration durch Sport“ und „Sport gegen Gewalt“ angesiedelt. Zum anderen aber auch das Projekt „Sport für Alle“, bei dem es um die Integration von Geflüchteten durch den und in den Sport geht. Was nur wenige wissen: Wir haben den Vorsitz einer Landesarbeitsgemeinschaft „Sport im Justizvollzug“. Dabei geht es um gezielte Sportangebote für Strafgefangene sowie z.B. Schiedsrichterlehrgänge für die Zielgruppe.

Des Weiteren sind verschiedene Zielgruppenangebote bei mir angesiedelt. Z.B. Projekte für das gemeinsame Sporttreiben in der Familie oder Angebote für Ältere sowie das äußerst wichtige Thema „Zusammenarbeit von Schule und Verein“. Weitere Themen sind der große Komplex „Sport und Gesundheit“ und auch der Klassiker – Das Deutsche Sportabzeichen.

 

Das ist in der Tat eine große Bandbreite an Aufgaben. Da lässt sich erahnen, wie sich in den letzten beiden Jahren, in denen Corona unser Sportleben bestimmt, deine Arbeit bzw. deine Arbeitsschwerpunkte im LSV verändert haben.

Das kann man wohl sagen. Wir haben unsere Vereine und Verbände stets sehr zeitnah über die für den Sport wesentlichen Änderungen in den jeweiligen Corona-Landesverordnungen informiert, eine Hotline eingerichtet und standen stets für Rückfragen zur Verfügung. Durch die gute und offene Zusammenarbeit mit der Landesregierung konnten wir - natürlich im Rahmen der geltenden Verordnungen – wichtige Öffnungsschritte für den organisierten Sport erreichen. Der Bildungsbereich ist ebenfalls auf digitale Formate umgestiegen, damit sich die Übungsleiterinnen und Übungsleiter auch in diesen Zeiten weiterbilden können. Im Haus des Sports in Kiel sowie für uns selbst gab es natürlich auch Veränderungen. Vieles konnte im Homeoffice erledigt werden und Konferenzen und Sitzungen fanden größtenteils im Video-Format statt.

 

Die Vereine stehen in der ersten Reihe, wenn es um die konkrete Umsetzung der jeweiligen Landesverordnung geht, es herrscht viel Unsicherheit. In welcher Form könnt ihr die Vereine in dieser Situation unterstützen?

Unabhängig von Corona stellen wir fest, dass die Beratung unserer Vereine und Verbände, vor allem zu Organisations- und Systemfragen immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Wir haben dazu gezielte Programme und Projekte entwickelt, die unsere Mitgliedsorganisationen bei uns abrufen können. Im Hinblick auf die Herausforderungen durch Corona besteht die Unterstützung unserer Vereine und Verbände in erster Linie aus aktuellen Informationen zu den geltenden Regeln sowie der Unterstützung und Förderung bei gezielten Programmen und Projekten. So haben wir z.B. ein Programm „Sport im Park“ aufgelegt, bei dem es um die Verlagerung von Angeboten von drinnen nach draußen geht. Dies wurde von unseren Vereinen sehr gut angenommen. Unsere „Comeback-Kampagne“ mit umfangreichen Materialien, die unseren Vereinen und Verbänden kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, wird ebenfalls sehr umfassend genutzt.

 

Online-Konferenzen sind ein großes Thema, auch in den Vereinen. Eine Online-Sitzung ist beispielsweise nur rechtssicher durchzuführen, wenn dies in der Satzung geregelt ist. Welche Bedingungen müssen die Vereine diesbezüglich erfüllen? Helft ihr mit Geld und/oder mit fachlicher Unterstützung bei der Digitalisierung?

Mit Unterstützung der Landesregierung konnten wir ein sehr gut ausgestattetes Förderprogramm zur Unterstützung der Digitalisierung in unseren Vereinen und Verbänden, als direkte, unkomplizierte und vor allem schnelle Hilfe bei der Umsetzung einer der dringendsten Zukunftsaufgaben unserer Mitgliedsorganisationen auflegen.

Keine Frage, Online-Formate haben coronabedingt stark zugenommen. Dies gilt für Konferenzen, Sitzungen und Versammlungen genauso, wie für Fortbildungen, die bevorzugt in Form von Webinaren angeboten wurden. Aber auch sportpraktische Online-Angebote, sozusagen als Training online, waren gerade in den Lockdown-Phasen eine willkommene Ergänzung. Aus meiner Sicht aber kein Ersatz für die Sportangebote im Verein. Der Sportverein mit seiner Funktion als Sozialstation ist in dieser Zeit zu kurz gekommen ...

 

… gerade an dieser Stelle möchte ich einhaken. Online-Sportangebote sind besser als nichts, ersetzen aber nicht, da stimme ich dir uneingeschränkt zu, den Sport mit Gleichgesinnten. Hast du Informationen über die Auswirkungen des fehlenden Sportangebots auf die Kinder und Jugendlichen?

Die Frage spricht einen zentralen und auch wunden Punkt an. Unsere Kinder haben in den letzten zwei Jahren viel zu wenig Spiel, Sport und Bewegung bekommen. Dies ist bedauerlich, bzw. – aus meiner Sicht – dramatisch, da der Sportverein für Kinder viel mehr ist, als nur ein Bewegungsort. Er ist ein Lernort für soziale Kompetenzen, für den Umgang mit Verlieren und Gewinnen, für das Akzeptieren von Regeln, für Kommunikation und nicht zuletzt für den Umgang mit Integration und Inklusion. Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, unsere Kinder in unseren Vereinen wieder in Bewegung zu bringen.

Auch bzgl. der Jugendlichen und ihrem Bewegungsverhalten gibt es erschreckende Prognosen. Eine Schulleiterin einer weiterführenden Schule hat mir neulich gesagt:  „Die Mädchen sind bei Netflix hängen geblieben und die Jungs beim Gaming“. Das macht einem schon Angst. Auch unsere großen Verbände wie Handball, Fußball oder Volleyball, sorgen sich, ob es nicht einen gravierenden Schwund an Meldungen von Jugendmannschaften geben wird. Es gibt aktuelle Untersuchungen über die psychischen Folgen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche. Auch da spielt der Sportverein als Sozialinstanz und als Ankerplatz für unsere Kinder eine immens wichtige Rolle. Ich hoffe nur, dass wir all diese Defizite wieder aufholen können.

 

Zum Abschluss erlaube ich mir – wir kennen uns nun schon einige Jahre - einmal persönlich zu werden: Treibst du Sport und hast du selbst auch Auswirkungen von Corona in Bezug auf deinen eigenen Sport erlebt?

Sporttreiben und sich im Sport engagieren gehört bei mir seit frühester Kindheit mit dazu. Der Sportverein spielte schon immer in unserer Familie eine große Rolle als Treffpunkt, Ort der Bewegung und des Zusammenseins. Ich habe Sport studiert, war aktiver Fußballer und Volleyballer im Verein und danach als Übungsleiter, Trainer und Spielertrainer weiter sportlich aktiv. Seit über 30 Jahren bin ich Übungsleiter in einer gemischten Fitness-Gruppe in meinem Verein. In den Lockdown-Phasen haben wir per Video Workouts von zu Hause aus gemacht – Fitness und Yoga. Wir haben uns alle sehr gefreut, als wir wieder gemeinsam in der Halle Sport treiben konnten. Der Donnerstagabend ist einfach ein gesetzter Termin für den Sport in meinem Verein.

 

Gibt es etwas, was du persönlich - auch an Nichtsportler - noch loswerden möchtest?

Ja – sehr gerne! Wir als Sportorganisationen sind dafür verantwortlich, Menschen in Bewegung zu bringen. Dafür brauchen wir jede Unterstützerin und jeden Unterstützer in unseren Vereinen und Verbänden. Gerade jetzt, da wir  hoffentlich langsam wieder zur Normalität zurückkehren. Und: Lasst uns die Botschaft „Kein Kind ohne Sport“ ernst nehmen! Wir müssen alles daran setzen, unsere Kinder wieder in Bewegung zu bringen.

Wenn ich diesen Wunsch zum Abschluss noch loswerden darf: Ich wünsche mir, wie so viele Menschen, nichts sehnlicher, als den Frieden auf dieser Welt. Möge dieser schreckliche und sinnlose Krieg in der Ukraine bald beendet sein und das Morden ein Ende haben.

 

Ein wichtiges Schlusswort, dem ich nichts hinzuzufügen habe und mich uneingeschränkt anschließe.

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Interview mit Bürgermeister Thomas Haß

Herr Haß, in diesen Tagen jährt sich ihre Wahl zum Schwentinentaler Bürgermeister zum zweiten Mal. Ein guter Grund, einmal über das Thema Sport zu sprechen. Die naheliegendste Frage vorweg: Sind sie zur Zeit sportlich aktiv?

Leider lässt ein kleiner Defekt an meiner Wirbelsäule, der demnächst operativ behoben wird, sportliche Aktivitäten derzeit nicht zu. Ich bin jahrelang gelaufen, zweimal wöchentlich 10 km an der Schwentine entlang und möchte damit möglichst bald wieder anfangen. Beim letzten Nikolauslauf in 2019 konnte ich noch aktiv dabei sein. Darüber hinaus habe ich von Zeit zu Zeit Tennis gespielt, was ich sehr gerne in Zukunft trainieren möchte.

 

Abgesehen vom Tennis ist das Laufen eher ‚Sport im öffentlichen Raum‘ und nicht vereinsgebunden. Sind sie Mitglied in einem Schwentinentaler Sportverein?

Ich war jahrelang im RTSV als Tänzer aktiv und stehe derzeit beim Tennisclub am Aubrook in den Startlöchern.

 

Als Bürgermeister sind sie ja nicht nur sportlich aktiv sondern auch qua Amt mit den Sportvereinen befasst. Die Stadt zahlt Zuschüsse für den Kinder- und Jugendsport sowie für Sportgeräte an die Vereine. Werden sie durch die Verwaltung verteilt oder muss die Politik vorher zustimmen?

Die Zuschüsse an die Vereine gehören zu den freiwillige Leistungen der Stadt und finden sich im Haushalt wieder. In Rahmen der jährlichen Haushaltsberatungen werden sie in den Ausschüssen diskutiert und dann in der Stadtvertretung beschlossen.

 

Bereits 2013 hat Prof. Kähler im Auftrag der Stadt einen Sportentwicklungsplan vorgelegt. Die dort beschriebene Situation in Bezug auf die Sportstätten ist nach fast 10 Jahren sicher nicht mehr aktuell. Ist beabsichtigt, den Plan fortzuschreiben?

Eine Fortschreibung des Sportentwicklungsplanes ist derzeit in den gemeindlichen Gremien nicht im Gespräch. Dass der Sport als solches immer einen großen Bedarf hat, ist jedem klar, denn er bewirkt ja auch viel Gutes. Leider sind unsere Möglichkeiten – insbesondere die finanziellen - begrenzt, da kann und wird der Bürgermeister keine Versprechungen aussprechen, die nicht zu halten sind.

 

In besagtem Plan wird die Turnhalle der Astrid-Lindgren-Schule mit dem Prädikat „Nicht zufriedenstellender Zustand mit dringendem Veränderungsbedarf“ belegt. Sieht die Stadt hier Verbesserungsmöglichkeiten?

Bezüglich der Umsetzung des Ganztagsschul-Programmes des Bundes hat der mit dem anstehenden Schulumbau beauftragte Architekt Mumm nicht nur die Unterrichts- bzw. Betreuungsräume in Augenschein genommen, sondern sich auch die Schulturnhalle angeschaut. Diese sei von der Bausubstanz prinzipiell brauchbar, hätte aber einen großen Sanierungsbedarf . . .

 

. . . über welchen welchem Zeitrahmen reden wir dabei?

Ich gehe derzeit von einer sukzessiven Umsetzung der Maßnahmen aus, allerdings über die nächsten Jahre verteilt. Über die geplanten Veränderungen an der Astrid-Lindgren-Schule werden der Schul-, und der Sportausschuss sowie der Bau- und der Finanzausschuss in der nächsten Zeit beraten.

 

Wir wissen natürlich, dass die finanzielle Lage der Stadt nicht gut ist. Gibt es dennoch eine mittelfristige bzw. langfristige Planung zum Erhalt und insbesondere zur energetischen Sanierung der Sportstätten? Letzteres erscheint angesichts der aktuell stark steigenden Energiepreise dringlich.

Bevor wir uns um die Energiebilanz kümmern, müssen wir zunächst auf die Funktionalität achten. Hier verweise ich insbesondere auf den Sanierungsbedarf der Hallenböden, die wir derzeit nach Bedarf ausbessern. In der mittelfristigen Finanzplanung, also in den nächsten zwei bis drei Jahren, ist vorgesehen, die Böden sowohl in der Uttoxeterhalle als auch in der Schwentinehalle zu erneuern . . .

 

. . . und wann ist mit einer Verbesserung der finanziellen Lage der Stadt zu rechnen?

Ist schnell zu beantworten: Wenn ich eine zuverlässige Glaskugel hätte, dann . . .

 

. . . wechseln wir lieber das Thema: Der TSV Klausdorf hat im letzten Jahr seinen Kraftraum der Erweiterung der betreuten Grundschule geopfert gegen das Versprechen auf Abhilfe durch die Stadt. Bisher ist dies noch nicht eingelöst. Können sie dem TSV eine Zusage machen, wann der Kraftraumcontainer aufgestellt wird?

Die Verzögerung dieser Umsetzung bedaure ich tatsächlich zutiefst. Als nicht Bau-Fachmann hatte ich mir vorgestellt, dass dies einfacher und schneller umzusetzen sei. Ich habe jetzt erfahren, dass die Bauaufsicht bzw. dass die zugrunde liegenden Gesetze sehr große Hürden aufbauen, was Ersatz von Parkplätzen und Abstand zu Gebäuden (Brandschutz) angeht. Daher scheint eine Umsetzung an der angedachten Stelle vor der Schwentinehalle schwer oder kaum möglich zu sein.

 

Kann die Stadt zusammen mit dem Verein dennoch zu einer einvernehmlichen Lösung kommen?

Wir versuchen derzeit Lösungsmöglichkeiten zu finden, evtl. auch langfristige, unabhängig von Containern. Dazu suchen wir das Gespräch mit dem Sportverein, dem ich im Übrigen sehr dankbar bin für seine Kompromissbereitschaft, die aktuell eine bessere Unterbringung der Betreuten Grundschule möglich gemacht hat.

 

Zum Schluss, Herr Haß, was wünschen sie sich persönlich für den Sport in Schwentinental?

Dem Sport in Schwentinental wünsche ich weiterhin engagierte Trainerinnen und Trainer, die sich mit Leidenschaft und Herzblut für die körperliche Fitness und den Erfolg ihrer Schützlinge einsetzen sowie  Sportfreundinnen und Sportfreunde, die sich in die Vorstände unserer Sportvereine aktiv einbringen. Für die Menschen aus Schwentinental erhoffe ich mir, dass sie, ob groß oder klein, die vielfältigen Angebote der Sportvereine Schwentinentals zu schätzen wissen und gern annehmen.

 

Herr Haß, ich wünsche Ihnen, auch im Namen unseres Vorstandes, einen erfolgreichen Verlauf der bevorstehenden Operation, auf dass wir sie bald wieder durch Schwentinental joggen sehen können.

 

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Thomas Haß
Interview mit dem Trainer der 1. Herrenmannschaft des TSV Klausdorf Dennis Trociewicz

Interview mit dem Trainer der 1. Herrenmannschaft des TSV Klausdorf Dennis Trociewicz

Moin Dennis, du und deine Familie, ihr seid ja alte Klausdorfer und TSV-Urgesteine, wenn man das so nennen darf. Wie lange bist du selbst im TSV und im Klausdorfer Fußball aktiv?

Die Frage ist einfach zu beantworten. Ich wurde im Sommer für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt! Nach den Anfängen beim Kinderturnen sicher fast die gesamte Zeit davon als Fußballer

 

Nach deiner aktiven Zeit, bist du recht problemlos auf die Trainerseite gewechselt. Seit wann trainierst du die 1. Herren?

Chefcoach unserer 1.Herren bin ich seit April 2016, als ich während der Saison die Nachfolge von Mikica Mladenovic erst interimsweise und dann mit großer Freude und großem Stolz auch hauptverantwortlich übernommen habe.

 

Im TSV-Fußball gab es in den letzten Jahren ein stetes Auf und Ab. Aktuell läuft es in der Landesliga ja ziemlich gut. Hast du ein Saisonziel für die Entwicklung der 1. Herren, wohin soll es gehen?

In dieser Saison haben alle Teams der Landesliga Mitte ja leider immer noch das "Problem", dass der FC Kilia Kiel in der letzten Saison aufgrund des coronabedingten Saisonabbruchs nicht in die Oberliga aufsteigen durfte. Somit geht der Titel in diesem Jahr mit einem Jahr Verspätung an den Hasseldieksdammer Weg, wo mit einer herausragenden, höherklassig ausgerichteten Truppe tolle Arbeit gemacht wird. So wäre der größtmögliche Lohn für unsere Arbeit, der in diesem Jahr wohl leider bedeutungslose Vizemeistertitel, den wir auch unbedingt erreichen wollen. Rückblickend wäre es deutlich mehr, als wir uns vor der Saison erträumt hätten.

Dennoch würden wir in dieser Saison nur allzu gerne erneut ins Kreispokalfinale einziehen. Dort hätten wir dann diesmal Heimrecht in Klausdorf! Diesem Ziel steht am Dienstag dem 5. April um 19 Uhr noch der Derbyklassiker im Halbfinale gegen den SVE Comet Kiel am heimischen Aubrook im Weg.

 

Welche Ziele setzt du dir für die weitere Zukunft?

Mittelfristig sind wir - Stand heute -  nach Jahren der sanften Umbrüche personell zumindest so gut aufgestellt, dass wir den Blick perspektivisch Richtung Flens-Oberliga richten. Das wäre sicherlich ein schönes Erlebnis mit dem TSV zum zweiten Mal nach 2009 in die höchste Landesklasse aufzusteigen. Ob es am Ende tatsächlich irgendwann mehr als nur ein Traum ist, hängt gerade im Amateurfußball leider immer von sehr vielen Faktoren ab.

 

Zur Verwirklichung der ambitionierten Ziele gehört eine gute und vorausschauende Personalplanung. Wie kann man denn heute, angesichts der angespannten Lage im Sport neue Spieler rekrutieren?

Unser erster Blick bei der Kaderplanung geht zunächst einmal in die eigene Jugendabteilung. Wer kann talentmäßig bei uns mithalten? Wer möchte uns als Klausdorfer Eigengewächs weiterhelfen und sollte seine Chance bekommen? Das haben Timo Rosenfeld und ich, die wir ja beide ebenfalls Klausdorfer Eigengewächse sind, immer als erste Priorität im Blick. So haben wir in den letzten Jahren viele Klausdorfer Jungs aus der A-Jugend Kreisliga in unseren Landesligakader integriert und weiterentwickelt. Ich sehe es als meine Aufgabe an über den Leistungsstand unserer B- und A-Jugendlichen stets im Bilde zu sein.
Danach richtet sich der Blick in die Verbands- und Kreisligen aus dem näheren Umfeld, um talentierte, ehrgeizige junge Kicker zu rekrutieren und für unseren Weg beim TSV zu begeistern. Da haben wir durch unseren Kunstrasenplatz natürlich auch ein gewichtiges Argument, sich bei uns weiterentwickeln zu wollen.
Grundsätzlich ist es aber schwer, Talente von außen zu gewinnen. Doch fällt auf, dass es mittlerweile für den TSV leichter geworden ist, weil wir uns zuletzt ein besseres Standing erarbeitet haben. Dazu braucht man dann natürlich - wie überall heutzutage - ein breites Netzwerk um, was Personalien im Umland betrifft, immer auf Ballhöhe zu sein.

 

Wie stark greift denn hier die Corona-Pandemie in die Saisonplanung ein?

Mittlerweile gar nicht mehr so doll. Man entwickelt ja quasi auch dafür eine gewisse Routine. Ich habe frühzeitig Termine so gelegt, dass wir ab dem 19.11. bis zum 26.03. eine möglichst lange Winterpause haben. Mitte Februar, wenn wir mit unserer Vorbereitung starten wollen, hoffe ich, dass wir mit aufgeladenen Akkus uneingeschränkt unsere Pläne durchziehen können.

 

Du hast gerade die relativ lange Winterpause angesprochen. Ist denn schon klar, wie es in der Landesliga Mitte weitergeht?

Wir haben 13 von 22 Partien absolviert und sind damit im Soll. Wir starten am 26.03. in Molfsee und planen, ab dem 13.02. wieder ins Teamtraining einzusteigen. Die Pause ist für uns als Trainerteam zum richtigen Zeitpunkt gekommen, da wir mit der Mannschaft seit Anfang März 2021 durchtrainiert haben. Insbesondere die ersten drei Monate unter den Corona-Regeln zu trainieren, in Kleingruppen ohne Kontakt, war sehr planungsintensiv. Rückblickend betrachtet hat es sich aber ausgezahlt, weil wir so schon früh als Team zusammenwachsen und unsere Ideen frühzeitig implementieren konnten. Während der Corona-Zeit haben wir sogar angefangen, die Talente ab dem alten B-Jugend-Jahrgang punktuell in unser Training reinschnuppern zu lassen, damit früh ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen konnte.

 

Wir haben ja schon über die Kaderplanung gesprochen, aber hast du darüber hinaus noch Wünsche im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Mannschaft?

Mein größter Wunsch ist tatsächlich, dass mehr Schwentinentaler unserer jungen, ambitionierten Truppe bei einem Heimspiel live am Aubrook zusehen. Das Team hat mit seiner Spielweise und Leidenschaft für den TSV Klausdorf definitiv mehr Zuschauer verdient. Das mag in den Vorjahren vielleicht nicht immer so gewesen sein, doch derzeit geht man als Zuschauer selten "enttäuscht" nach Hause. Und das ist gar nicht mal nur auf das Ergebnis bezogen. Gerade unsere Heimspiele bieten seit einiger Zeit einen ansprechenden Unterhaltungswert. Nicht nur - aber auch - weil wir seit einiger Zeit zu Hause schwer zu schlagen sind. Vielleicht klappt dann ja auch die Bewirtung in Zukunft wieder besser.
Wir haben aktuell einen leistungsstarken Kader mit viel Lokalkolorit, Klausdorfer Vergangenheit und toller Zukunftsperspektive zusammen, der hoffentlich lange in dieser Konstellation zusammenbleibt. Erfolg weckt natürlich Begehrlichkeiten anderer Vereine, aber dennoch hoffen wir, dass viele der Jungs dem Werben der wenigen finanzstarken Teams im Umkreis widerstehen können.

 

Die Mannschaft ist das Eine, nicht weniger wichtig ist aber auch das organisatorische Umfeld. Wie siehst du die Situation in der Fußballabteilung im Hinblick auf die Entwicklung im Klausdorfer Fußball?

Viele sehen Veränderung als Chance. Ich bin vom Naturell immer erstmal traurig, wenn Veränderungen egal in welchem Bereich anstehen. Umso mehr freue ich mich nun, dass unser neuer Abteilungsleiter Karsten Jordan mit seinem starken Team in der Nachfolge von Manfred Wollschläger die Abteilung bisher problemlos im Griff hat. Die gute Arbeit der letzten Jahre wird also nahtlos weitergeführt. Dafür bin ich den handelnden Personen sehr dankbar. Vor allem auch unserem Mann im Hintergrund - Ligaobmann Oliver Braasch - der uns viel abnimmt und sich um den Bereich Sponsoren kümmert, von dem man auf unserem Niveau nie genug haben kann.
Die Zusammenarbeit unter den Trainern aber auch mit der Spartenleitung ist in den vergangenen Jahren absolut vertrauensvoll und macht richtig Spaß. Alle ziehen an einem Strang und haben das gleiche Ziel: die Abteilung Fußball im TSV Klausdorf bestmöglich nach vorne zu entwickeln.

 

Kommen wir zum Schluss noch einmal auf dich persönlich zurück. Was für Wünsche hast du selbst für dich und für den Fußball in Klausdorf im Jahr 2022?

Für den Fußball im TSV wünsche ich mir für die laufende Saison eigentlich nur, dass unsere A-Jugend in die Landesliga aufsteigt. Was unserem Coach Lukas Dräger und seinem Team im letzten Jahr coronabedingt verwehrt wurde, wünsche ich jetzt Matthias Hartwig und Tobias Becker, die ebenfalls eine tolle Arbeit mit unseren Jungs leisten. Sollte dies gelingen, dann hätten wir den oberen Jugendbereich (A-, B- und C-Jugend) endlich wieder komplett mindestens auf Landesliganiveau. Davon würde der TSV Klausdorf auch nachhaltig profitieren.
Allgemein wünsche ich mir dass der Zusammenhalt im gesamten TSVK weiter so toll bleibt, wie er ist. Der gesamte Vorstand um Dietmar Luckau hat uns alle herausragend durch die Pandemie navigiert. Ich hoffe, dass wir nun auch die letzten Schritte durch die Krise zusammen meistern, bis das Virus endlich nur noch eine lästige Erinnerung ist.
Für mich persönlich wünsche ich mir außer Gesundheit eigentlich nur ein deutlich entspannteres Jahr 2022 als es 2021 für mich gewesen ist.

 

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Dennis Trociewicz
Gespräch mit dem Abteilungsleiter Fußball im TSV Klausdorf Karsten Jordan

Gespräch mit dem Abteilungsleiter Fußball im TSV Klausdorf Karsten Jordan

Hallo Karsten, du bist in diesem Jahr neuer Abteilungsleiter der Klausdorfer Herrenfußballer geworden und hast damit das Klausdorfer Urgestein Manfred Wollschläger abgelöst. Wie bist du zum TSV und zum Fußball im TSV gekommen?

Der Kontakt kam durch einen Freund zustande, mit dem ich beim Dobersdorfer SV noch zusammen gespielt habe und der davor beim TSV Klausdorf war. Er hat mir den Verein wärmstens ans Herz gelegt, um den Sprung in den höherklassigen Fußball zu wagen. Daraufhin habe ich habe mich in der Saison 2013/2014 dem TSV Klausdorf angeschlossen. Vorher habe ich mein ganzes Leben beim Dobersdorfer SV gespielt. Mit besagtem Freund spiele ich übrigens mittlerweile in der Altliga des TSV wieder zusammen.

 

Die Fußballabteilung ist zwar nicht die größte im TSV, unzweifelhaft aber eine ganz wichtige mit großer Außenwirkung. Siehst du dich in deiner Arbeit als Abteilungsleiter eher als Einzelkämpfer oder als Teamplayer?

Der Spartenleitung gehöre ich bereits seit 2017 an, damals noch als technischer Leiter. Daher kannte ich meine Mitstreiter und wusste, dass ich mich auf sie verlassen kann und sie genauso viel Lust haben, die Sparte Fußball weiter nach vorne zu bringen wie ich selbst. Bei zehn Mitgliedern in der Spartenleitung ist Teamwork eigentlich schon selbstverständlich. Wenn man aber bedenkt, wie andere Vereine in ihren Fußballsparten aufgestellt sind, kann ich mich mehr als glücklich schätzen, so viel Unterstützung zu haben.

Die Arbeit als Abteilungsleiter ist sehr herausfordernd und zeitintensiv, aber das ist bei 19 Mannschaften ein Stück weit normal. Aktuell halten uns die Organisation des „Tagesgeschäfts“ und natürlich Corona sehr auf Trab.

 

Wo steht deiner Meinung nach aktuell der Fußball im TSV?

Bekanntermaßen haben es die Mannschaftsportarten in den letzten Jahren eher schwer. Das gilt natürlich auch für uns im TSV. So können einige Sportarten – siehe Männer-Handball - gar nicht mehr angeboten werden, was uns wiederum auch zugutekommt. In den letzten Jahren haben wir dadurch einen enormen Zulauf an Kindern und Jugendlichen erfahren. Hier muss man klar sagen, dass die Fußballsparte insbesondere auch eine soziale Verantwortung trägt, der wir gerecht werden wollen und müssen.

Durch die Anzahl der Mannschaften im Spielbetrieb wird unsere Sportanlage auch zu einem Anlaufpunkt für Fußballinteressierte aus dem näheren Umkreis und durch unsere höherklassigen Mannschaften auch für Zuschauer aus dem erweiterten Umland. Da haben wir als Verein die Verantwortung, ein gastfreundliches Umfeld zu schaffen. Daran möchte ich in den nächsten Monaten intensiv arbeiten, so dass jeder der unsere Sportanlage besucht, am Ende auch ein gutes Bild vom TSV hat und gerne wiederkommt.  

 

Den Spielbetrieb in einer großen Sparte wie dem Fußball zu organisieren ist anspruchsvoll. Sicher gibt es Bereiche wo es hakt und wo Verbesserungspotenzial besteht?

Generell können wir uns nicht beschweren. Unsere Jahrgänge sind gut besetzt, auch dank der neuen Spielgemeinschaft, die unser Jugendobmann Helge Klein mit dem SVE Comet Kiel ins Leben rufen konnte. Unsere Trainer sind qualifiziert und genauso engagiert wie unsere Ehrenämtler. Wir sind somit gut aufgestellt.

Allerdings sind wir aktuell noch auf der Suche nach zwei bis drei Jugendtrainern für die ganz Kleinen, sowie einem Jugendobmann für die G bis E Jugend. Hier sehe ich noch dringenden Handlungsbedarf.

 

Als neuer Abteilungsleiter hast du dir sicher schon einige Gedanken über die Zukunft des Fußballs in Klausdorf gemacht. Welche Ziele setzt du dir im Hinblick auf die Liga-Mannschaft und die Kinder- und Jugendmannschaften?

Meine Ziele sind klar. Wir wollen mit der Liga sowie den ersten A-, B- und C-Jugend Mannschaften mindestens in der Landesliga spielen. Genauso wichtig ist uns aber auch, dass wir jedem, der Fußball beim TSV spielen möchte, dies auch ermöglichen können. Aus diesem Grund sehe ich die SG Schwentine (Spielgemeinschaft mit SVE Comet) als eine wichtige Grundlage für die Zukunft und erhoffe mir eine andauerndere und fruchtbarere Zusammenarbeit als dies mit unserem vorigen Partnerverein möglich war.  

 

Karsten, die Mannschaften und die Entwicklung des Spielbetriebs sind das Eine, nicht weniger wichtig ist aber die Situation der Sportstätten in Schwentinental. Hier gab und gibt es große Probleme, insbesondere im Hinblick auf die Laufbahn am Stadion und die Sporthallen. Wie siehst du die Situation der Sportstätten im Hinblick auf den Fußball?

Wenn ich davon sprach, dass wir als Verein auch eine soziale Verantwortung gegenüber den Kindern und Jugendlichen haben, können wir dieser Verantwortung nur gerecht werden, wenn wir auch Orte zur Verfügung stellen, an denen wir Sport anbieten und betreiben können. Es ist kein Geheimnis, dass die Zustände der Sportanlagen inakzeptabel sind für eine Stadt wie Schwentinental. Wenn dort nicht zeitnah und dann laufend Sanierungsarbeiten durchgeführt werden, wird das Sportangebot wegbrechen. Ich bin auf die Reaktion der Politik gespannt, wenn die Eltern fragen, wohin sie ihre Kinder zum Sport schicken können. Ich habe aber die Hoffnung, dass diese Missstände mittlerweile bis ins Rathaus durchgedrungen sind.

 

Die Unterstützung deiner Arbeit durch dein Team in der Abteilungsleitung ist vorhanden. Wie siehst es im Gesamtverein aus, fühlst du dich durch Vorstand und Geschäftsstelle ebenso gut unterstützt?

Der Austausch mit dem Vorstand klappt bis jetzt sehr gut und wir haben uns bereits eine gewisse Vertrauensbasis aufgebaut. Diese werden wir auch benötigen, denn es kommen Themen auf uns zu, die wir kontrovers diskutieren müssen und die Kompromisse erforderlich machen. Letztendlich können nur eine gute Zusammenarbeit und daraus entstehende Kompromisse einen Verein voranbringen. Daran müssen beide Seiten stetig arbeiten.  

 

Lieber Karsten, was wünschst du dir für die Zukunft und insbesondere für das neue Jahr 2022?

Eigentlich wünsche ich mir nur ein Zurück zur Normalität und das wir diese Pandemie bald hinter uns lassen können.

 

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Karsten Jordan
Gespräch mit dem Vorsitzenden des TSV Klausdorf Dietmar Luckau

Gespräch mit dem Vorsitzenden des TSV Klausdorf Dietmar Luckau

Moin Dietmar, wir leben seit nunmehr fast zwei Jahren mit der Corona-Pandemie. Sportstätten waren lange geschlossen und die Bedingungen für den Sport waren nicht gut. Wie hast du die beiden letzten Jahre erlebt?

 

Ich denke, uns alle in dieser Gesellschaft hat Corona vor eine ganz neue bis dahin nie gekannte Herausforderung gestellt. Und wenn man an die Tragödie in den Familien denkt, die Angehörige durch diese Krankheit verloren haben oder als Betroffene an den Folgeerscheinungen bis heute zu leiden haben, müssen die Probleme, die ein Sportverein durch die Pandemie hatte, entsprechend eingeordnet werden. Auch wenn in der Zeit der Lockdowns Sport nur sehr eingeschränkt möglich war, hat der Vorstand des TSV Klausdorf weitergearbeitet, damit wir für die Zeit danach gut vorbereitet sind und nahtlos an die Zeit vor Corona anknüpfen können.

 

War denn die Ausübung des Vereinssports in dieser Zeit überhaupt möglich?

Ja und Nein. Der Vorstand und unsere Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle verfolgten permanent die Einschränkungen und Lockerungen, die Woche für Woche über die Nachrichten-Ticker liefen, um möglichst zügig die Informationen an unsere Sportlerinnen und Sportler weiterzugeben. Hygienevorschriften wurden immer wieder aktualisiert und die rechtlichen Rahmenbedingungen einem möglichen Sportbetrieb angepasst. Darüber hinaus haben wir die technischen Voraussetzungen geschaffen, um zumindest im Fitness- und Gesundheitsbereich Online-Kurse anbieten zu können. Wer zu Hause Schwierigkeiten hatte seinen PC oder Laptop einzurichten, dem wurde von unserem FSJ’ler auch direkt geholfen.

 

Man hat ja immer wieder gehört, wie schwer es die Sportvereine hatten, überhaupt halbwegs durch die Pandemie zu kommen. Wie war es im TSV? Gab es viele Austritte, oder anders gefragt: Wie treu waren die Mitglieder?

Alle Bemühungen der Verantwortlichen im Verein sowie die grundsätzlich positive Einstellung unserer Mitglieder zu ihrem TSV Klausdorf haben dazu geführt, dass uns in der Coronazeit ca. 95 % der Mitglieder die Treue gehalten haben. Jetzt am Ende des Jahres 2021 kann ich sagen, dass wir nahezu den Mitgliederstand erreicht haben, wie vor Corona, also knapp 2500 Mitglieder.

 

Diese Vereinstreue ist bemerkenswert und zeigt, welche Bedeutung unser Vereins im Zusammenleben der Menschen hier in Schwentinental hat. Dennoch, konnte der TSV auch etwas aus der Krise mitnehmen?

Zumindest hat es uns den Unterschied zwischen einem kommerziellen Sportanbieter und einem gemeinnützlich organisierten Sportverein noch einmal deutlich vor Augen geführt. Einen Vertrag kündigt man schneller als eine Mitgliedschaft. Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Menschen zu ihrem Verein eine deutlich emotionalere Bindung haben als zu einem Dienstleister.

 

Anderes Thema: Delegiertenversammlung. Zum ersten Mal wurde im TSV statt einer Mitgliederversammlung eine Delegiertenkonferenz durchgeführt. Was hat den Vorstand bewogen, von einer Mitgliederversammlung abzusehen?

Die Mitgliederversammlungen wurden jährlich von ca. 4-5% unserer Mitgliedschaft besucht. Die Art und Weise der Durchführung sprach gerade jüngere Mitglieder wenig an, also genau die Mitglieder, die für die Zukunft unseres Vereins stehen. Die Delegiertenversammlung eröffnet uns die Möglichkeit, die einzelnen Abteilungen entsprechend ihrer Größe besser am Vereinsleben zu beteiligen. In ihrer Gesamtheit wird dadurch der Querschnitt unserer Mitgliedschaft viel besser abgebildet, als dies in der Vergangenheit der Fall war.

 

 

Das eine ist die Theorie bzw. der Wunsch, die andere Seite ist die Wirklichkeit. Ist denn deiner Meinung nach das Gewünschte eingetreten, wie war das Feedback?

Wie sich am 24.September gezeigt hat, wurde das Angebot sehr gut angenommen. Fast alle gewählten Delegierte sind auf der Versammlung erschienen und haben sich an den Entscheidungsprozessen beteiligt.

Das Feedback war zum allergrößten Teil positiv. Dies zeigte sich sowohl in Gesprächen zwischen Delegierten und Vorstandsmitgliedern nach der Veranstaltung als auch nach Auswertung eines Kritikbogens, der auf den Delegiertenplätzen ausgelegt war.

Ich will aber nicht verschweigen, dass es durchaus auch einzelne Kritik gegeben hat und auch der Vorstand selbst hat gemerkt, dass noch nicht alles hundertprozentig rund lief. Im Ergebnis kann man aber festhalten, dass unter Berücksichtigung einer Premiere viele Dinge bereits gut geklappt haben und an dem Rest wird der Vorstand weiterarbeiten.

 

Nachdem der Vorstand auf der Delegiertenversammlung bestätigt wurde und du zumindest in den nächsten beiden Jahren weiter Verantwortung für den Verein trägst, ist es naheliegend von dir zu hören, wie du die künftige Entwicklung des TSV, auch im Hinblick auf Sportmöglichkeiten und Sportstätten siehst.

Um Sport anbieten zu können, sind zwei Grundvoraussetzungen unabdingbar.

  1. Funktionsfähige Sportstätten und
  2. Kompetente und engagierte Trainer*innen bzw. Übungsleiter*innen

Was die Sportstätten anbelangt, möchte ich zwischen den Freiluft- und Hallensportarten unterscheiden. Mit derzeit 23 Fußballmannschaften (Männer und Frauen) stoßen wir im OT Klausdorf an Kapazitätsgrenzen, zumal sich der Naturrasenplatz mangels Flutlicht und der Nutzung durch andere Sportarten zeitlich nur eingeschränkt nutzen lässt. Die Leichtathletiklaufbahn ist, wie zwei Gutachter bestätigt haben, derart beschädigt, dass auf ihr keine Wettkämpfe mehr durchgeführt und sie auch nicht mehr saniert werden kann. Dies ist allein schon deshalb besonders traurig, weil der TSV die erfolgreichste Leichtathletikabteilung in ganz Schleswig-Holstein besitzt.

Den Sporthallen merkt man an, dass sie in die Jahre gekommen sind. Als ich vor kurzem in der Schwentinehalle war, habe ich mich gefragt, ob die Duschen, Waschbecken und Toiletten immer noch die Gleichen sind wie beim Bau der Halle. Die Schulturnhalle dürfte noch älter sein und ein von der Stadt beauftragter Architekt bezifferte den Sanierungsbedarf dieser Halle auf mindestens 500.000 €.

 

Zur Zukunftsentwicklung gehört auch, immer auf der Höhe des Zeitgeistes zu sein. Für den Sport stellt sich daher die Frage, ob der TSV, insbesondere im Hinblick auf die Jugend die Entwicklung neuer Sportfelder plant?

Die Frage kann ich mit einem klaren „Ja“ beantworten. Auch ohne jedem Trend nachzulaufen, muss man als Verein immer auch die gesellschaftlichen Veränderungen im Auge behalten und entsprechend reagieren. Dabei spielt die Bevölkerungsentwicklung vor Ort eine genauso große Rolle wie neue sportwissenschaftliche Erkenntnisse oder nicht zuletzt die Wünsche unserer Mitglieder.

Beispielsweise ist das Interesse an Mannschaftssportarten, abgesehen vom  Fußball, weiter zurückgegangen, der Wunsch nach Fitness-Angeboten aber gestiegen. Dem muss ein Verein im Rahmen seiner Möglichkeiten Rechnung tragen.

In diesem Jahr haben wir erstmalig den Reha-Sport in unser Programm aufgenommen. Im kommenden Jahr wollen wir versuchen, eine Tanzsportabteilung zu gründen. Als Einstieg und zur Probe werden wir hierzu verschiedene Workshops anbieten.

 

 

Zum Abschluss, was wünschst du dir für das neue Jahr für den TSV und den Sport in Schwentinental allgemein …

An erster Stelle und das wird niemand verwundern, dass all unsere Mitglieder gesund bleiben bzw. dass sie genesen, sollten sie erkrankt sein. Zum zweiten, dass wir die Corona-Pandemie vollständig überwinden und wir demzufolge keine Einschränkungen des Sportbetriebs mehr befürchten müssen.

Wünschen würde ich mir auch, dass die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung den organisierten Sport in Schwentinental nicht als Belastung, sondern als Gewinn betrachten. Sie ihn wertschätzen, weil er den Zusammenhalt in der Stadt fördert und einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zur gesunden Entwicklung und Förderung unserer Kinder und Jugendlichen leistet.

Und ich möchte noch einen weiteren Wunsch äußern. Ein im Wesentlichen ehrenamtlich geführter Verein braucht im Gegensatz zu einem Dienstleister die Bereitschaft seiner Mitglieder sich zu engagieren und auch Verantwortung zu übernehmen. Dies beginnt bei den Fahrdiensten der Eltern und endet bei der Bekleidung von Ämtern und Funktionen Diese Bereitschaft zur Verantwortung ist für einen Verein nicht nur wichtig, sondern überlebenswichtig.

Ganz im Sinne von John F. Kennedy würde ich sagen: „Frage nicht nur, was der Verein für dich tun kann, sondern frage auch, was kann ich für den Verein tun.“

 

… und für dich persönlich?

Ich selbst bin bereits seit über 20 Jahren in führenden Funktionen im Verein tätig. Es wäre schön, wenn ich den Staffelstab in zwei Jahren an eine jüngere Nachfolgerin oder Nachfolger übergeben kann.

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Dietmar Luckau
Gespräch mit Thomas Reineck, Goldmedaillengewinner im Vierer-Kajak 1992 und 1996 sowie Ehrenmitglied des TSV Klausdorf.

Gespräch mit Thomas Reineck, Goldmedaillengewinner im Vierer-Kajak 1992 und 1996 sowie Ehrenmitglied des TSV Klausdorf.

Lieber Thomas Reineck, du bist als einziger Goldmedaillengewinner in der Geschichte des TSV Klausdorf nicht nur ein Vorbild für alle Sportler im Verein sondern auch ein sportliches Aushängeschild für Klausdorf als Ganzes. Wie bist du seinerzeit nach Klausdorf und dann zum TSV gekommen?

Ich bin 1967 in Klausdorf geboren, wie damals häufig noch üblich als klassische Hausgeburt und nicht in einem Krankenhaus, insoweit bin ich tatsächlich Klausdorfer „von Anfang an“. Bereits meine Mutter kam als Kind mit ihren Eltern und ihrer Schwester nach Klausdorf in den Lindenweg. Nach der Heirat meiner Mutter sind meine Eltern im Lindenweg geblieben. Die ganze Familie war daher schon früh Mitglied im TSV Klausdorf und so ging meine Mutter selbstverständlich mit mir zum Mutter-Kind-Turnen, da war ich  gerade 3 1/2 Jahre. Mein Vater spielte damals im TSV zuerst Tischtennis und schloss sich später den Schützen an.

 

Du hast deine großen Erfolge im Kajak erkämpft. Warst du schon gleich Kanute oder hat sich das Interesse an dieser Sportart erst später im TSV entwickelt?

Mit 6 Jahren haben mich meine Eltern in der Leichtathletikabteilung angemeldet, weil ich nach Ansicht meiner Eltern immer „soviel rumgelaufen“ bin. Dort haben mir die Trainer erstmal beigebracht in Bahnen zu laufen. Als kleiner Junge war das für mich eine große Herausforderung. Vier Jahre war ich dann bei der Leichtathletik, sehr viel Lauf und ein wenig Sprung.

Mit 10 Jahren, nach dem Wechsel zur weiterführenden Schule fuhr ich mit meiner großen Schwester zum Kanugelände, dort betrieb sie zu dieser Zeit Wanderpaddeln. Als kleiner Bruder hatte ich natürlich die selbstauferlegte Pflicht einerseits zu sehen wie meine große Schwester ihre Freizeit verbringt und andererseits zu zeigen, dass ich ebenfalls des Paddelns mächtig bin. Beides erwies sich erstmal als Trugschluss. Jedoch war zur gleichen Zeit auch mein neuer Klassenkamerad Dirk Falke mit einer Gruppe etwas älterer Jungs auf dem Kanugelände und trainierte vor der Bootshalle. Dirk erklärte mir, dass hier die Rennsportgruppe trainiere. Auf meine Nachfrage was das sei, sagte Dirk: "In Bahnen um die Wette paddeln, und der Erste gewinnt". Das klang sehr verlockend für mich, denn Bahnen kannte ich schon aus der Leichtathletik. Da Dirk mit dem Rennsport selbst erst angefangen hatte, brachte uns Otto Knutz erstmal das richtige Sitzen und Paddeln im Rennboot bei während die "Großen" bei Thorsten Knutz schon paddeln durften.

Meine Leidenschaft für den Rennsport war zurückblickend sofort da, denn was ich damals noch nicht wusste, der Kanu-Rennsport ist ein sehr vielfältiger und technisch anspruchsvoller Natursport. Mit vielfältig meine ich Kraft- und Ausdauertraining mit und ohne Boot sowie das Training von Technik und Bootbeherrschung, alles draußen in der Natur auf der Schwentine. Das war einfach meins.

 

Auf dem Weg zum Erfolg sind Talent und Ehrgeiz ist das Eine. Es braucht aber auch Förderer und Unterstützer. Bekamst du Förderung innerhalb und außerhalb des Vereins?

Definitiv! - Meine Eltern. Meine Mutter, die unentwegt meine nasse Trainingskleidung waschen und trocknen musste, die gegen meinen Kalorienumsatz ankochte und mein Vater, der, als es bei mir mit der Junioren-Nationalmannschaft losging, sein Kleinkalibergewehr verkaufte um mir mein erstes eigenes Rennboot zu kaufen. Es waren die Eltern der Rennsportaktiven, die uns mit viel ehrenamtlichem Einsatz zu den Regatten fuhren, uns dort betreuten oder auch dafür sorgten, dass Hantelbänke und Bootsanhänger für Rennboote in Eigenleistung gebaut wurden.

Otto und Thorsten Knutz stehen für den sportlichen Erfolg der Rennsportsparte. Otto, damals noch Herr Knutz, hat uns ins Boot gesetzt und uns die Grundlagen des Paddelns mit der nötigen Ruhe beigebracht. Als wir dann aus den Rennsport- Kinderschuhen herausgewachsen waren, durften wir bei Thorsten trainieren und wurden ordentlich gefordert. Thorsten brachte uns die nötige Wettkampfhärte bei. Hört sich gelesen vielleicht härter an als es tatsächlich war, es handelte sich dabei eher um die natürliche Motivation in einer Leistungsgruppe. Die großen Jungs wie Jens Dawurske, Bernd Schröder, Thorsten Falke und Stefan Schröder wollten Thorsten Knutz einholen und ich war froh, wenn ich nicht in die Schwentine gefallen bin und später bei den Großen mithalten konnte. Irgendwie wollte jeder immer der Erste sein.

Thorsten hat mich dann auch noch auf meinem Weg in die Junioren-Nationalmannschaft begleitet und mich in Klausdorf an das Frühtraining herangeführt, eine wichtige Phase für mich, um später in der Nationalmannschaft 14 Jahre lang  bestehen zu können. Lehrer und Schulleitung gaben uns für die Regatten frei und später setzte sich mein damaliger Ausbildungsleiter Herr Friedrichsen dafür ein, dass ich frühmorgens trainieren konnte und erst um 09:00 Uhr meine Ausbildung anfangen brauchte. Kalli Falke darf ich als Ausbilder der Schweißwerkstatt und Klausdorfer Kanuurgestein nicht vergessen, der mich, wenn ich in der Mittagspause in der Schweißkabine eingeschlafen bin, dann  auch mal länger hat schlafen lassen.

 

Dein Rückblick ist tatsächlich sehr spannend, er blättert noch einmal in der Historie unserer Kanusparte und holt sicher bei einigen der eben genannten Personen alte Erinnerungen ans Licht. Du führst uns sehr plastisch vor Augen, welche frühen Wegmarkierungen für den späteren Erfolg ausschlaggebend waren. Wie setzte sich nun dein Weg in den Nationalkader und zu Olympia fort?

Direkt in der ersten Wettkampfsaison als Schüler im Zweier mit Dirk Falke wurde ich Vize- Landesmeister und habe mich zusammen mit Dirk für die Norddeutschen Meisterschaften qualifiziert. Ein paar Jahre später in der Juniorenklasse wurden Dirk und ich dann auch Deutsche Meister im Kajakzweier.

1982 wurde der Bundestrainer Helmuth Klein auf der Deutschen Meisterschaft in Köln auf uns aufmerksam. Thorsten Knutz wurde zu den Nationalmannschaftssichtungen der Leistungsklasse eingeladen und ich bekam eine Einladung zur Sichtung der Junioren-Nationalmannschaft obwohl ich noch in der Jugendklasse startete. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht einmal, dass es eine Nationalmannschaft im Kanu-Rennsport gab bzw. Kanurennsport eine Olympische Sportart ist. 1984 hat es dann mit der Berufung in die Junioren-Nationalmannschaft geklappt. Es folgte 1985 auf der Junioren WM in Rom die Bronzemedaille im Einerkajak über 500m. 1986 schaffte ich in meinem ersten Leistungsklassejahr die Qualifikation in die Herren Nationalmannschaft und gewann wieder eine Bronzemedaille bei der WM in Montreal im Viererkajak über 500m. 1987 bei der WM in Duisburg dann zwei Bronzemedaillen im Kajakvierer über 500m und 10.000m. 1988 bei meiner ersten Olympiade wurden wir im Kajakvierer über 1000m sechste.

In den Jahren 1985-1988 wurde mir bewusst, dass es zur sportlichen Entwicklung einer leistungsstarken Trainingsgruppe bedarf. Thorsten Kuntz und ich wechselten 1986 zur Renngemeinschaft Berlin, trainierten jedoch weiterhin in Klausdorf. Nach meiner Ausbildung beim Marinearsenal in Kiel zog ich Anfang 1988 nach Berlin um das Fachabitur zu machen und Maschinenbau zu studieren. Ich trainierte fortan beim dortigen Landestrainer Robert Berger und es ging leistungsmäßig weiter voran. Leider blieb der sportliche Erfolg in den Jahren 1989 und 1990 aus. Ich startete in diesen Jahren ausschließlich im Einerkajak und kam nicht über die Zwischenläufe hinaus. Es war die schwerste Zeit und ich stellte mir zum ersten Mal die Frage: Warum, das alles? Ende 1990 schlossen sich nicht nur die beiden Kanusportverbände der DDR und BRD zusammen, es bedurfte auch einer Anpassung des sportlichen Umfeldes, dabei wechselte ich von Berlin zur Kanugemeinschaft Essen. Im Frühjahr 1991 schaffte ich dann die Qualifikation und fand mich in einer mit ehemaligen DDR-Kanuten dominierten Nationalmannschaft wieder. Eine nie zuvor erlebte Leistungsdichte mit dem klaren Auftrag, den Viererkajak zu stärken. Wer im Vierer sitzt fährt nur Vierer, kein Einer, kein Zweier ein klarer Auftrag: Medaille! Es war darüber hinaus auch klar, wer nicht fit ist sitzt nicht im Vierer. Eine Phase in der ich meinem Körper nochmal viel abverlangt und gleichzeitig drauf geachtet habe, diese Belastung gesund zu überstehen. Von 1991 bis 1996 fuhren wir auf den Weltmeisterschaften 5 mal Gold, 3 mal Silber, zweimal Bronze sowie bei den Olympischen Spielen 1992 und 1996 jeweils Gold ein.

 

Hast du die Olympiamedaillen noch?

Ja, die Medaillen hängen mit den WM- Medaillen von meiner Frau und mir in einem Glasrahmen in unserem Treppenaufgang.

 

Nach so vielen Jahren Leistungssport ist es bestimmt schwer zurückzustecken. Wie sieht dein „sportliches Leben“ heute aus?

Genau das Gegenteil von damals. Ich fahre E-Bike und bin Präsident des Kanuverbandes NRW.

 

Als Leistungssportler bist du sicher zusammen mit deiner Frau Vorbild für deine Tochter. Hast du sie für den Sport begeistern können?

Im Grundschulalter hat unsere Tochter Pia uns beim Abendbrot öfter nach einer Story aus den Trainingslagern gefragt und wir haben ihr dann erzählt, was wir dort so alles angestellt und erlebt haben. Sie wollte dann auch paddeln und wir haben ihr gesagt, dass sie noch zu klein sei und es mit 10 Jahren reichen würde anzufangen. Damit schien das Thema vom Tisch zu sein, allerdings sagte sie uns dann 2 1/2 Jahre später überraschend, sie werde ja nun 10 und ob sie jetzt zum Paddeln dürfe? Sie hat tatsächlich dann auch acht Jahre Kanurennsport betrieben und wurde auf der Junioren EM fünfte im Zweier.

 

Wie denkst du heute an deinen alten Verein und an deine aktive Zeit dort zurück? Du bist ja noch immer Mitglied und eines der wenigen Ehrenmitglieder des TSV.

Voller Dankbarkeit. Der Verein mit seinen Sparten bietet ein breites Spektrum an Aktivitäten an und hat es mir dadurch ermöglicht z.B. nach der Leichtathletik einfach zum Kanusport zu wechseln. Es sind insbesondere die Menschen, die sich damals im Kanusport engagiert haben. Die Geschichte, wie die Gründungsmitglieder der Kanusparte damals das Bootshaus erworben, transportiert und aufgebaut haben, selber ihre Boote bauten, das alles spiegelt deren Leidenschaft zum Kanusport wider. Ich bin dankbar dafür, dass ich meine leistungssportliche Karriere in diesem tollen Umfeld, zu dem viele engagierte Mitglieder der Kanuabteilung beigetragen haben, entwickeln konnte. Einen großen Anteil hat die Schwentine selbst, sie hat keine Wellen, sie ist flach und kostet viel Kraft beim schnellen Paddeln, friert durch ihre gemächliche Strömung selten zu und ist durch ihren seitlichen Bewuchs kaum anfällig gegen Wind, einfach ideal zum Rennboot fahren.

 

Lieber Thomas Reineck, das war ein sehr bewegendes und aufschlussreiches Interview. Gerade für mich, der ich in den 90er Jahren zugezogen und später 10 Jahre als Vorsitzender Verantwortung für den Verein übernehmen durfte, sind solche Erinnerungen im Hinblick auf die Bewahrung der Historie etwas ganz Besonderes. Zum Abschluss, was wünschst du dir für die Zukunft?

Für den TSV wünsche ich mir, dass er seine Attraktivität als Mehrspartenverein ausbauen kann und seine Angebote für Jung und Alt an den Bedürfnissen der Mitglieder weiterhin ausrichtet und anpasst. Ein Verein für alle Lebensabschnitte. Für den Sport im Allgemeinen wünsche ich mir eine Wertekorrektur innerhalb der Gesellschaft. Der Bewegungsmangel zieht sich leider durch alle Altersgruppen. Es ist meiner Ansicht nach wichtig, diesem schon im Vorschul- und Grundschulalter mit Angeboten entgegenzuwirken bis hin zu sportbetonten Grundschulen, in denen sich Leistung auch entwickeln darf, denn erst wenn ich hinfalle lerne ich aufstehen.

Für meine eigene Zukunft wünsche ich mir Gesundheit und eine Fahrt auf der Schwentine im Rennboot und nicht im Schwentinedampfer, das bewahre ich mir für später auf.

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Thomas Reineck
Gespräch mit Bernd Geier, Leichtathlet und langjähriges Mitglied im Orga-Team des Klausdorfer Nikolauslaufs.

Gespräch mit Bernd Geier, Leichtathlet und langjähriges Mitglied im Orga-Team des Klausdorfer Nikolauslaufs.

Bernd, du bist seit über 20 Jahren fester Bestandteil im Organisationsteam des Klausdorfer Nikolauslaufs und eigentlich fehlt diesem Lauf ohne dich ein wesentlicher Baustein. Wie bist du seinerzeit zum TSV gekommen?

Unser Sohn war der erste der Familie, der Mitglied im TSV wurde. Da er schon sehr früh seine Liebe für die Leichtathletik entdeckte ist ihm seine Familie vor über 30 Jahren in den Verein gefolgt. Ich habe mich dabei anfänglich im Bereich der Leichtathletik als Kampfrichter, Betreuer und Fahrer zu den Wettkämpfen betätigt.

 

Da du in der Leichtathletik angefangen hast, war sicher der Weg zum Nikolauslauf vorgezeichnet. Wie kam es zu deinem Engagement im Orga-Team?

Einige Jahre nach meinem Eintritt in den TSV suchten Holger Tewes und Roland Förster, als damalige Verantwortliche für den Nikolauslauf neue Helfer für die Strecke. Ich habe mich spontan bereit erklärt dabei mitzumachen, wann das genau war weiß ich allerdings nicht mehr. Ich war dann über viele Jahre in Rosenfeld an der weißen Brücke als Streckenposten tätig.

 

Kannst du kurz erläutern, wie das damals, in den Anfangsjahren des Nikolauslaufs ablief?

Da die Laufstrecke Ende der achtziger Jahre noch nicht zum Wanderweg „Schuster Acht“ zählte und von den Anliegergemeinden gepflegt wurde, gab es für das Team um Wolfgang Licht am Samstag vorher viel zu tun: Büsche beschneiden, Äste vom Weg entfernen, überschwemmte Wegestücke entwässern, Kilometerschilder aufhängen, Streckenführung markieren, etc.

 

Gab es Ereignisse, an die du dich besonders gerne oder auch vielleicht nicht so gerne erinnerst?

Es gab in der Anfangszeit einen Nikolauslauf, bei dem wir vorher die Strecke wie üblich mit Farbspray und Kalk markiert haben. Über Nacht hat es dann aber kräftig geschneit, sodass am nächsten Morgen alles weiß war, Kalk, Farbspray, nichts war mehr zu erkennen. Aber dank vieler „alter Hasen“ haben alle Teilnehmer dennoch den richtigen Weg gefunden und sind wohlbehalten ins Ziel gekommen. An diesem Wochenende habe ich beschlossen, dass wir dringend eine wetterunabhängige Streckenbeschilderung brauchen. Ich habe dann ca. 20 Holzrahmen 80x80 cm mit entsprechenden Richtungspfeilen gebastelt. Der Nachteil daran war, dass ich am Sonntag noch früher aufstehen musste um die Schilder entlang der Strecke zu positionieren.

 

2014 gab es dann den Umbruch, ich selbst kann mich noch gut erinnern. Die Ära Roland Förster/Holger Tewes ging nach 30 Jahren zu Ende und es war zunächst unklar, ob der Nikolauslauf weiter bestehen würde. Wir haben dann aber den Neuanfang, an dessen Gelingen du einen  großen Anteil hattest, gut hinbekommen.

Ja, in der Tat, das war eine neue Situation für uns alle. Pünktlich zum 30. Lauf haben Holger und Roland aufgehört und es wurden neue Organisatoren gesucht. Da ich im Laufe der Jahre einige Erfahrungen gesammelt hatte, habe ich mich für das neue ORGA-Team gemeldet. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten lief es dann beim zweiten Mal schon wesentlich besser. Das ganze Team hat von Lauf zu Lauf mehr Erfahrungen gesammelt und den Nikolauslauf stetig verbessert. Da ich der einzige im Team war der nicht mehr berufstätig war und deshalb viel Zeit hatte, habe ich einen Großteil der Logistik-Aufgaben übernommen, wie z.B. die Beschaffung der Schokolade und der Äpfel für die Teilnehmer. Aber auch die Getränke und zugehörige Becher gehörten dazu. Alles musste natürlich ausreichend vorhanden sein. Es war die ersten Male eine echte Herausforderung für mich. Da ich aber über Zeit und Räumlichkeiten verfügte konnte ich alles rechtzeitig einkaufen, zwischenlagern und umverpacken.

 

Dank deines Einsatzes und dem der anderen Mitglieder haben wir seither ein gutes und engagiertes Orga-Team, das den Nikolauslauf als feste Größe im Vereinsleben etabliert hat. Wie siehst du die Zukunft des Nikolauslaufs?

Leider hat uns zum 37. Nikolauslauf 2020 CORONA ereilt. Und da es auch in diesem Jahr keine „echte“ Laufveranstaltung geben wird, kann ich nur hoffen und wünschen, dass es in absehbarer Zeit wieder richtig weitergeht und der beliebte Klausdorfer Nikolauslauf nicht still und leise im Sand versickert.

 

So wie ich unser aktuelles Orga-Team kenne, werden die alles daran setzen, dass das nicht passieren wird. Leider werden sie in Zukunft ohne dich auskommen müssen, denn, wie du mitgeteilt hast, wirst du nicht mehr weitermachen können?

Ja, das ist leider so, ich habe meine Tätigkeit im ORGA-Team mittlerweile offiziell aufgegeben und beziehe zur Zeit meinen Altersruhesitz weitab von Klausdorf. Dem TSV und dem Nikolauslauf werde ich aber weiterhin verbunden bleiben.

 

Hast du noch einen Wunsch für die Zukunft?

Dem ORGA-Team wünsche ich alles Gute und einen positiven Blick in die Zukunft. Macht weiter so!

 

Auch ich wünsche dir namens des Vorstandes des TSV Klausdorf nur das Beste für deine Zukunft und danke dir noch einmal ausdrücklich für deinen ehrenamtlichen Einsatz im Verein.

 

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Bernd Geier
Gespräch mit Regine Weßler, der langjährigen Übungsleiterin des TSV

Gespräch mit Regine Weßler, der langjährigen Übungsleiterin des TSV

Wie bist du nach Klausdorf gekommen und wie zum Sport im TSV?

Ich bin 1988 nach Klausdorf gezogen und habe meine Tochter dann sofort im Sportverein angemeldet, da ich weiß wie wichtig das Turnen für Kinder ist. Dort habe ich dann auch erste Kontakte geknüpft.

 

Wie lange bist du mittlerweile Übungsleiterin?

Meine Ausbildung als staatlich anerkannte Sport- und Gymnastiklehrerin habe ich 1979 angeschlossen und habe dann einige Jahre in der Physiotherapie gearbeitet.

 

Hast du mit Kindersport angefangen oder mit den Erwachsenen?

1994 habe ich beim TSV Klausdorf das Schulkinderturnen übernommen.

 

Du bist die einzige fest angestellte Übungsleiterin im Verein. Seit wann und ist das für dich eine besondere Motivation?

Seit 2001 bin ich beim TSV fest angestellt und habe auch andere Sportstunden wie z.B. BBP, Fitness, Seniorenfitness und damals noch Aerobic übernommen. Eine besondere Motivation brauche ich nicht, aber ich freue mich, wenn die Teilnehmer:innen mit einem Lächeln meine Stunde verlassen.

 

Welches sind deine schönsten Erinnerungen im Verein?

Meine schönsten Erinnerungen ist die 100 Jahrfeier des TSV Klausdorf in der Uttoxeterhalle in Raisdorf. Alles war perfekt geplant und sehr sehenswert. Ich habe vorher schon viele Veranstaltungen besucht, aber diese war mit Abstand die „Allerbeste“.

 

Neben dem Sport organisierst du auch Ausflüge für Senioren und machst auch spezielles Seniorentraining, wie Gedächtnistraining.

Viele Jahre habe ich in Kooperation mit dem Sportverein in Stade mit meiner Freundin, die dort festangestellte Sportlehrerin war, Seniorenfreizeiten unternommen. Wir sind immer nach Malente gefahren und konnten dort die Räumlichkeiten beim LSV nutzen. Diese Woche hat uns immer sehr viel Freude bereitet. Seit einigen Jahren hat der TSV Klausdorf auch das Gedächtnistraining mit in sein Programm aufgenommen, alle Teilnehmer:innen sind mit viel Freude dabei. Der Spaß kommt nie zu kurz, denn wer mit Spaß lernt man besser und entspannter.

 

Wie sehr hat dich Corona getroffen, persönlich und im Verein?

Das Thema Corona war ein sehr schweres, denn von heute auf morgen durfte nichts mehr stattfinden. Natürlich hatte ich auch Angst um meinen Arbeitsplatz, aber die Mitglieder haben treu an unserer Seite gestanden. Ein herzliches Dankeschön nochmal dafür.

 

Was wünscht du dir in Zukunft für deine Tätigkeit im TSV? Für dich persönlich?

Für meine Zukunft wünsche ich mir, dass ich gesund bleibe und noch einige Jahre weiter unterrichten kann.

Regine Weßler
Interview Neu im Sportangebot: Reha-Sport – Neu im TSV: Mojca Buyny genannt „Mia“

Neu im Sportangebot: Reha-Sport – Neu im TSV: Mojca Buyny genannt „Mia“

Mia, du bist seit etwa einem Jahr feste Mitarbeiterin im TSV, du verstärkst die Geschäftsstelle und hast viel Herzblut in die Umsetzung des neuen Projektes „Reha-Sport im TSV“ gesteckt. Für wen kommt denn der Reha-Sport überhaupt infrage?

 

Reha-Sport ist grundsätzlich nach den Bedürfnissen von Menschen mit oder mit drohender Behinderung bzw. mit chronischen Erkrankungen konzipiert. Der verordnete Reha-Sport gliedert sich dabei in sechs Teilbereiche: Orthopädie, Neurologie, Innere Medizin, Sensorik, geistige Behinderung und Psychiatrie. Ab August bietet der TSV Reha-Sport für den Teilbereich Orthopädie an. Darunter fallen insbesondere Wirbelsäulenerkrankungen, Gelenkschäden, Osteoporose, Endoprothesen, Rheuma/Arthrose und Amputationen. Die durch den Reha-Sport erzielten Verbesserungen der Beweglichkeit, der Stärkung der Körperkraft sowie dem Training von Ausdauer und Koordination sollen Beschwerden verringern und die Funktion des Haltungs- und Bewegungsapparates verbessern. Darüber hinaus sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an ein lebensbegleitendes Sporttreiben herangeführt werden.

 

Diese Art von Sportkursen ist ja nicht so ohne weiteres vergleichbar mit unseren Fitnesskursen, bei denen jeder mitmachen kann, wann und wie er möchte. Sind denn für die Reha-Sportkurse gesonderte Voraussetzungen erforderlich und wenn ja, wie sehen die aus?

 

Sofern noch keine Behandlung stattgefunden hat und noch keine ärztliche Verordnung vorliegt, sollten sich alle Interessierten an eine Ärztin bzw. einen Arzt wenden. Wenn die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt den Bedarf für Reha-Sport sieht, wird eine Verordnung ausgestellt. Mit der von den Kostenträgern genehmigten Verordnung können sich Interessierte dann beim TSV für das Rehabilitationstraining anmelden. Die erforderlichen Übungen sind dabei auf die Erkrankung oder Behinderung eines jeden Teilnehmers individuell abgestimmt.

 

Das alles sind ambitionierte Ziele und nicht so einfach umzusetzen. Eine ganz wichtige Frage ist dabei die nach den Kosten. Wer bezahlt die Kurse und wie viel müssen die Teilnehmenden tragen?

 

Die Kosten für den Rehabilitationssports tragen in den meisten Fällen die gesetzlichen Krankenkassen, die gesetzliche Rentenversicherung oder auch die gesetzliche Unfallversicherung. Die ärztliche Verordnung muss daher zunächst von den zuständigen Trägern genehmigt werden, dann werden die Kosten für den Reha-Sportkurs zu 100 % übernommen, so dass für die Teilnehmenden keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Leider muss ich an dieser Stelle anfügen, dass wir aktuell keine Anmeldungen von privat krankenversicherten Personen annehmen können. Der Vorstand des TSV berät derzeit über unterschiedliche Möglichkeiten, Reha-Sportkurse auch für Privatversicherte offenzuhalten. Hier bitte ich, unsere Homepage im Auge zu behalten, auf der aktuelle Entwicklungen zeitnah mitgeteilt werden.

 

Um die Rahmenbedingungen zu erfüllen und die Kosten erstattet zu bekommen, müssen die Kurse sicher regelmäßig besucht werden. Welchen Zeitumfang muss ein Teilnehmender einplanen …?

 

Der Reha-Sport wird für einen festgelegten Zeitraum und Umfang entsprechend der jeweiligen Indikation der Ärztin bzw. des Arztes festgelegt. In der Regel sind es 50 Übungseinheiten, die innerhalb von 18 Monaten absolviert werden sollen. Die Teilnehmenden haben beim TSV die Möglichkeit, pro Woche eine Stunde, sprich eine Einheit, durchzuführen.

 

… und zu welchen Zeiten werden die Kurse angeboten?

 

Der TSV beginnt aktuell jetzt im August mit zwei Kursen und möchte, sofern die Nachfrage vorhanden ist, dieses Angebot auch gerne erweitern. Montags von 19.15 Uhr bis 20.15 Uhr werden die Teilnehmenden unter der Leitung von Angela Pertsch durch den Kurs geführt und samstags kommt Petra Ehrig von 8.30 Uhr – 9.30 Uhr zum Einsatz. Die maximale Zahl der Teilnehmenden einer Rehagruppe beträgt grundsätzlich 15 Personen.

 

Das führt uns zu einem weiteren wichtigen Aspekt des Reha-Sports. Neben den Kosten ist gerade für diese medizinisch anspruchsvollen Spezialkurse die Qualifikation der Übungsleiter ein entscheidender Faktor für den Behandlungserfolg. Was kannst du uns dazu sagen?

 

Wir freuen uns, Angela Pertsch auch im Bereich Reha-Sport an unserer Seite zu haben. Angela ist seit acht Jahren als Übungsleiterin in den Abteilungen Fitness & Gesundheit sowie im Kids Club für den TSV tätig. Zudem freuen wir uns Petra Ehrig als neue Übungsleiterin beim TSV begrüßen zu dürfen.

Beide Übungsleiterinnen haben sich in den vergangenen Monaten durch eine Ausbildung des Rehabilitations- und Behinderten-Sportverbandes Schleswig-Holstein e.V. zur „DOSB-Übungsleiterin B – Sport in der Rehabilitation im Profil der Orthopädie“ ausbilden lassen. Durch das erlangte Fachwissen sind sie berechtigt die Kurse selbstständig zu führen und die Teilnehmenden auf dem Weg zu einer verbesserten Gesundheit zu begleiten.

 

Zum Schluss noch ein paar Worte zu dir persönlich Mia und zu deinem Werdegang. Wie bist du denn zum Sport und danach zu uns zum TSV Klausdorf gekommen?

 

Sport begleitet mich bereits seit dem frühen Kindesalter. Insbesondere Turnen und Leichtathletik haben mich über die Jahre geprägt. Hinzu kommen Aktivitäten in den Sportarten Volleyball, Fußball und Tanz. Im jungen Erwachsenenalter hatte ich die ersten Berührungspunkte mit dem Fitnesssport. Aus der sich daraus entwickelnden Passion fußte dann der Wunsch auch beruflich dem Sport verbunden zu bleiben.

Der TSV war mir im Grunde seit meinem Zuzug in den Ort ein Begriff. Über die Kinder waren mein Mann und ich stets aktiv, so zum Beispiel beim Kinderturnen. Wie es der Zufall wollte, schrieb der TSV genau zu dem Zeitpunkt ein Jobangebot aus, zu dem ich die Entscheidung getroffen hatte, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Ohne zu zögern bewarb ich mich und bin seit vergangenem Jahr in der Geschäftsstelle des TSV tätig.

 

Und wie gefällt dir deine Arbeit beim TSV?

 

Ich fühle mich im TSV prima aufgenommen! Im Besonderen schätze ich die vielfältigen Arbeitsbereiche in der Geschäftsstelle und die tolle Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen, dem Vorstand und den Abteilungs- und ÜbungsleiterInnen des TSV. Alle Beteiligten sind jeden Tag mit Eifer darauf bedacht, gerade in diesen unruhigen Zeiten, das bestmögliche Angebot für unsere Mitglieder bereitzustellen. Zudem wird die Arbeit durch immer neue Projekte abwechslungsreich und Ideen bleiben nicht einfach Ideen, sondern werden in Teamarbeit und mit großem Engagement umgesetzt, wie es nun auch im Bereich des Reha-Sports der Fall ist. Ich blicke mit Spannung und Vorfreude auf alle kommenden Herausforderungen.

 

Ich wünsche dir, dass du alle deine Vorstellungen verwirklichen kannst und dass dir die Arbeit im Verein auch weiterhin großen Spaß macht.

 

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Mojca Buyny
Unsere neue Vorsitzende im Kreissportverband Plön: Gerlinde Müller

Unsere neue Vorsitzende im Kreissportverband Plön: Gerlinde Müller

Unsere neue Vorsitzende im Kreissportverband Plön: Gerlinde Müller

 

Moin Gerlinde, bevor du etwas von dir und deinem Werdegang preisgibst, erzähle bitte kurz zur Einstimmung, was der Kreissportverband (KSV) eigentlich für Aufgaben hat, denn nicht jeder Leser ist mit der Organisation des Sport in Schleswig-Holstein vertraut.

Der KSV fungiert als Dachverband des organisierten Sports im Kreis Plön und zählt aktuell 151 Vereine und 14 Fachverbände zu seiner Mitgliedschaft.

Die Aufgaben eines KSV sind vielfältig und beinhalten die Bearbeitung von Förderanträgen der Vereine, die Vergabe von Fördermitteln und Sonderförderungen sowie insbesondere auch eine Beratung der Vereine in besonderen Fällen. Hinzu kommen Repräsentationsaufgaben für den KSV, die Planung und Durchführung von Sitzungen und Tagungen des KSV wie Vorstandssitzungen, Beirats- und Arbeitstagungen und nicht zuletzt die Durchführung des Kreissportverbandstags, wenn du so willst die Mitgliederversammlung aller Vereine, die im KSV organisiert sind.

Nicht zuletzt sind die Kontaktpflege und Zusammenarbeit mit Vereinen, Fachverbänden sowie der Austausch mit anderen Kreissportverbänden und dem Landessportverband Schleswig-Holstein (LSV) von großer Bedeutung für das sportliche Miteinander. Beim LSV sind wir im Beirat stimmberechtigtes Mitglied. Wir bieten weiterhin Übungsleiterausbildungen und andere sportorientierte Fortbildungen an und fördern gemäß unserer Satzung bauliche Maßnahmen und geben Zuschüsse im Rahmen unserer Haushaltsmittel. Dabei stehen wir für jeden Verein bei Anträgen wie z.B. bei Bau- und Sanierungsmaßnahmen oder Kooperationen beratend zur Seite.

Ein ganz wichtiger Partner auf der politischen Ebene und im Hinblick auf die Sportförderung ist aber auch unser Kreis Plön.

Nicht jeder von uns ist sich im Klaren darüber, dass der Sport nicht nur in der Halle oder auf dem Sportplatz stattfindet, sondern auch vielfältiger Organisation bedarf, sei es um den Spielbetrieb zu organisieren oder die Fördermittel an die Vereine zu bringen. Insofern war das ein kleiner Überblick über die vielfältigen Aufgaben, die der Sport jenseits der jeweiligen Ausübung hat. Nun zu dir, Gerlinde. Vielleicht erst einmal ein paar Worte über dich und den Weg, der dich zum Sport geführt hat.

Das geht ziemlich schnell und ist wenig spektakulär: Ich bin 61 Jahre alt, verheiratet, habe 2 erwachsene Söhne, arbeite seit 1992 im öffentlichen Dienst und wohne seit 35 Jahren in der Gemeinde Blekendorf.

Zum Sport bin ich, wie sicher die meisten von euch über meine Eltern gekommen. Sie haben mich mit 5 Jahren in einem Sportverein in Nordrhein-Westfalen angemeldet. Während meiner 12-jährigen Schulzeit begleiteten mich das Turnen, später als Leistungsturnen und das Schwimmen. In der Schulmannschaft allerdings hatte Basketball für mich Priorität.

Du bist ja nicht nur seit Jahren im Vorstand des KSV aktiv sondern kümmerst dich auch in deiner Gemeinde um den Sport, als Aktive und als Trainerin.

Nach meinem Umzug nach Blekendorf trat ich 1987 dem SC Kaköhl bei. Dort wurde ich bald Sportabzeichenobfrau und war über viele Jahre 2.Vorsitzende. 1992 machte ich meinen Übungsleiterschein Breitensport und danach die B-Lizenz im Gesundheitssport. In der Fußballschule Malente legte ich die Prüfung als Fußballtrainer ab. In den vergangenen fast 30 Jahren war ich aktiv für meinen Verein im Mutter-Kind-Turnen, Leistungsturnen, Aerobic, Fitness, Basketball für Jungen, als Co-Trainerin C-Jugend und im Seniorensport tätig. Jetzt leite ich nur noch unsere Seniorensportgruppe.

Ich selbst walke, spiele Badminton und in meiner Hobbygruppe spiele ich immer noch gerne Basketball. Wenn es die Zeit erlaubt, kann man mich auch beim SC Lütjenburg in die Fitnessstunde sehen. Während des letzten Lockdowns habe ich zweimal die Woche über Zoom für unsere Vereinsmitglieder Fitness und Rückenschule unterrichtet.

Du bist mittlerweile seit knapp einem Jahr die neue Vorsitzende im KSV und hast im letzten Herbst Sven Thode abgelöst. Bisher durch Corona ein sehr schwieriges Jahr. Welche Schwerpunkte hast du dir in deiner Arbeit als Vorsitzende vorgenommen?

Ich möchte, wie schon mein Vorgänger Sven Thode, unsere Kooperationen mit Schulen, Kindergärten, Senioren- und Behinderteneinrichtungen, die wir im Kreis Plön entwickelt haben, fortführen und insbesondere nach dieser Pandemie die Jugend und die Senioren wieder in den Fokus unserer sportlichen Aktivitäten rücken. Sie haben besonders viel aufzuholen.

Gibt es dabei auch eine Zusammenarbeit mit anderen KSV oder mit dem LSV?

Der KSV Plön nimmt zur Zeit an allen virtuellen Treffen des LSV teil. Der Gedankenaustausch ist besonders wichtig, da aktuell noch immer keine Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden. Erstmalig wird auch der Verbandstag des LSV virtuell durchgeführt werden. Beschlüssen muss dann später im Umlaufverfahren noch zugestimmt werden.

Mit den anderen Kreissportverbänden finden ein bis zweimal im Jahr Treffen zum Gedankenaustausch statt, die aber leider aktuell auch erst einmal der Pandemie zum Opfer gefallen sind. Mit dem KSV Ostholstein habe ich häufig Kontakt, was tatsächlich auch darauf zurückzuführen ist, dass die Vorsitzende auch eine Frau ist.

Gerlinde, nichts geht ohne Geld und ein wichtiges Standbein, insbesondere der kleinen Vereine sind die Finanzmittel aus dem KSV. Kannst du kurz darstellen, woher der KSV im Wesentlichen sein Geld bekommt?

Der KSV hat, finanziell gesehen drei Standbeine. Da sind zum Ersten die Finanzmittel, die wir zur Förderung des Sports vom Kreis Plön erhalten, ein Betrag, der vertraglich festgeschrieben ist und aktuell bis 2023 gilt. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Politik und Sport gibt uns zudem Planungssicherheit für unsere Arbeit mit den Vereinen und Fachverbänden.

Das zweite Standbein ist die Unterstützung durch den LSV mit einer jährlichen institutionellen Förderung.

Nicht zuletzt werden wir aber auch – unser drittes Standbein - durch die Mitgliedsbeiträge der uns angeschlossenen Vereine sowie von Seminargebühren durch von uns veranstaltende Fortbildungen getragen und – nicht zu vergessen – von Spenden, die wir dankenswerterweise von der Fördesparkasse erhalten.

Das letzte Jahr war für uns alle, insbesondere auch für den Sportbetrieb ein wahrer Albtraum. Wie hast du „dein Jahr mit Corona“ erlebt?

Ich persönlich habe das Gefühl, dass mehr als ein Jahr in meinem Leben fehlt. Ich brauche nicht auflisten, was alles durch diese Pandemie beschränkt war oder noch ist. Uns Sportlern und Ehrenamtlern bleibt nur zu hoffen, dass das zweite Halbjahr wieder eine, wenn auch neue, Normalität zurückbringt. Viele Vereine haben Mitglieder verloren und konnten keine neuen gewinnen. Einige Vereine haben wirkliche Existenznot.

Die obligatorische Frage zum Schluss: Was wünschst du dir in Zukunft für die Arbeit des KSV bzw. für den Sport allgemein?

Ich wünsche mir für den KSV getreu unserem Motto „gemeinsam Sport erleben“ dies auch wieder zu tun, in all seiner Vielfalt, für jeden Verein, für jeden Sportler und für jeden Ehrenamtler wieder mit großem Spaß an unserer sportlichen Aktivität.

Vor allem hoffe ich, dass unsere Kooperationen mit Schulen, Kindergärten, Senioren- und Behinderteneinrichtungen gedeihen und wachsen. Genauso wichtig ist es, dass die Vereine ihre Kräfte bündeln, damit unsere Jugend wieder aktiv in die Hallen und Sportplätze, auf die Seen und aufs Meer, in die Schwimmhallen und in all die anderen Sportstätten kommen, denn sie haben besonderen Nachholbedarf nach der Isolation.

Für mich wünsche ich mir gesund zu bleiben.

Ein schönes Schlusswort, dem ist nicht hinzuzufügen. Ich danke dir für deine offenen Worte und wünsche dir für die Zukunft alles Gute und – Bleib Gesund!

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Gerlinde Müller
Thekla Fuchs, die Seele des Klausdorfer Schwimmsports

Thekla Fuchs, die Seele des Klausdorfer Schwimmsports

Hallo Thekla, du prägst seit vielen Jahren die Schwimmabteilung im Verein. Unsere Erfolge wären ohne dein Engagement kaum zu denken. Wie bist du zum TSV Klausdorf und zum Schwimmen gekommen?

 

Wegen der beruflichen Veränderung meines Mannes bin ich 1996 mit meiner Familie von Aachen nach Klausdorf gezogen. Wir haben uns schnell sehr gut eingelebt. Unsere drei Kinder waren sehr sportlich und so traten wir als Familie noch im gleichen Jahr in den TSV ein.

Zum Schwimmen kam ich schon als Kind, das Schwimmen hat mir von klein auf sehr viel Spaß gemacht. Ich war dann viele Jahre Leistungsschwimmerin, zunächst im VFL Osnabrück, dann in Münster. Während des Studiums in Münster habe ich auch schon Schwimmunterricht im Verein gegeben. Ab 1998 begann ich dann bereits mit der Durchführung von Schwimmkursen im TSV.

 

Hast du dann auch gleich Verantwortung für die Schwimmabteilung übernommen?

 

Die Schwimmabteilung wurde bis 2005 von Annette Hinz geführt. Ich habe dann im Mai 2005 die Leitung übernommen, bin aber gleichzeitig immer auch noch als Trainerin aktiv.

Die Schwimmabteilung ist unter deiner Ägide zu einer der erfolgreichsten Abteilungen im TSV und zu einem ihrer Aushängeschilder geworden. Welches waren die ausschlaggebenden Faktoren für diese erfolgreiche Arbeit?

In all den Jahren habe ich versucht, zwei Bereiche im Schwimmsport im TSV zu fördern. Einmal die Schwimmschule und zum anderen den Wettkampfsport.

Mein größtes Ziel war und ist, dass möglichst vielen Kindern in Kursen das Schwimmen beigebracht wird und sie mindestens zum Bronzeabzeichen geführt werden. Im „Land zwischen den Meeren“ und mit so viel Wasserfläche rundherum erscheint mir dies als das Wichtigste. Zahlreiche Kinder haben bei uns das Schwimmen gelernt. Die Anzahl der Schwimmlernkurse wurde mit den Jahren kräftig erhöht. Heute haben wir Schwimmkurse für Babys, Erwachsene und - sofern erforderlich - für Flüchtlinge. Nicht zu vergessen natürlich die zahllosen Seepferdchen-, Bronze-, Silber- und Goldschwimmkurse. Dies ist ein Erfolg, der mich mit besonderer Freude erfüllt.

Im Wettkampfsport gelten wir als Talentschmiede im Kieler Raum. Das Wettkampfteam umfasst ca. 50 Sportlerinnen und Sportler im Kinder und Jugendbereich in 5 Altersgruppen. Einige Schwimmer haben ein hohes Niveau erreicht, wie zum Beispiel Markus Quandt, Sebastian Palm, Ivo Mix, Maya Schwabe, Amelie Below, Birger Winkel. Sie erreichten die Norddeutschen und zum Teil die Deutschen Jahrgangs-Meisterschaften. Zur Qualifikation für diese Meisterschaften muss man sehr gute Schwimmzeiten erreichen. Alle Erfolge basieren auf der Arbeit eines großen Teams von Trainerinnen und Trainern. Das sind meistens „alte Hasen“ mit langjähriger Erfahrung und zum Teil mit B-Lizenzen, aber auch junge Nachwuchskräfte und insbesondere Jugendliche sind in den Schwimmlernkursen unterstützend dabei.

 

Neben den Erfolgen gab es doch sicher auch eine Reihe von Problemen, denen du dich in deiner Abteilung stellen musstest?

 

Das bisher größte Drama in Klausdorf war der Einsturz des Daches unserer kleinen Schwimmhalle, in der wir den Schwimmunterricht für alle Kurse durchführen. Zum unserem großen Glück war zu diesem Zeitpunkt niemand in der Halle und es gab keinen Personenschaden. Es erforderte damals sehr viel Zeit und Aufwand, das Weiterlaufen der Schwimmkurse zu ermöglichen, freie oder für uns auf Bitten freigemachte Wasserflächen in und um Kiel aufzufinden und den Schwimmbetrieb zu

organisieren. Dies war nur möglich dank der Unterstützung einiger Schulen in Kiel und von Vereinen im Kreisschwimmverband Kiel. Hinzu kam das große Engagement von Trainerinnen, Trainern und Eltern.

Eine Schwierigkeit für die Abteilungsleitung ist es, kontinuierlich genügend Trainer für die Kurse und Trainingsgruppen zu finden. Das ist heute deutlich schwieriger als vor 20 Jahren, teils weil heute häufig beide Elternteile arbeiten, teils weil die Kinder und Jugendlichen länger in der Schule sind und daher das Training erst spät am Nachmittag stattfinden kann.

 

Corona hat den Sport als Ganzes aber insbesondere auch das Schwimmen hart getroffen. Schwimmhallen wurden gesperrt und ein ganzer Jahrgang von Kindern hatte keine Möglichkeiten Schwimmen zu lernen. Welche Probleme siehst du nach einem Jahr Pandemie?

 

Diese Zeit war und ist sehr problematisch. In Schleswig-Holstein haben im letzten Jahr im Vergleich zu anderen Jahren ca. 28.000 Kinder nicht Schwimmen gelernt! Das ist schon sehr erschreckend. Wir wollen Abhilfe schaffen, indem wir baldmöglichst wieder Schwimmkurse durchführen, die Anzahl der Basis-Schwimmlernkurse weiter erhöhen und zusätzliche Schwimmkurse einrichten wollen. So konnten wir kürzlich mit Hilfe der Stadt Schwentinental die Klausdorfer Schwimmhalle ausnahmsweise in den Osterferien öffnen und Intensiv-Schwimmlernkurse anbieten. Wir hoffen, dass dies auch in den Sommerferien möglich sein wird. Im April begannen auch wieder die regulären Schwimmlern-Kurse.

Wir haben versucht, die Wettkampfschwimmer in Bewegung zu halten, mit den eingeschränkten Möglichkeiten, die uns zur Verfügung standen. Inzwischen sind ab April die Leistungsschwimmer der Kinder unter 14 Jahren in kleinem Rahmen wieder im Hörnbad im Wassertraining. Sportliche Höhepunkte sind aber dieses Jahr nicht zu erwarten. Hinzu kommt, dass das Auffinden von Schwimmtalenten in den Schwimmkursen in diesem Jahr nicht möglich gewesen ist.

 

Wie schätzt du die Situation des Schwimmsports im Sommer ein? Welche Probleme siehst du noch auf euch zukommen?

 

Diese ersten Fortschritte im Hinblick auf die Wiederbelebung des Schwimmens im TSV sind sehr erfreulich. Ich bin weiterhin aktiv dabei, je nachdem wie es die Corona-Lage zulässt, weitere Schwimmbahnen zu ermöglichen. Gerade das Training für Erwachsene hat wegen der sehr eingeschränkten Wasserzeiten besonders gelitten. Trotzdem haben viele Erwachsene uns die Stange gehalten und sind nicht aus dem Verein ausgetreten.

Ich glaube, solange die Mehrzahl der Menschen nicht geimpft ist und die Pandemie uns noch weiter eingrenzt, werden wir einen ständigen Wechsel von Öffnungen und Schließungen der Schwimmhallen haben. Hier müssen wir immer wieder sehr flexibel auf die veränderte Lage reagieren.

 

Wenn du nun trotz der schwierigen aktuellen Lage einmal vorausblickst, wo siehst du die Schwimmabteilung in der Zukunft?

 

Ich sehe die Zukunft der Schwimmabteilung nach wie vor auf den Feldern Schwimmlernausbildung, Breitensport und Wettkampfsport. Den künftigen Bestand der Abteilung sehe ich als gut an, solange ich genügend engagierte Trainerinnen und Trainer finde. Und, nicht zuletzt hoffe ich, noch lange engagiert dabei bleiben zu können und einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger eine aktive und erfolgreiche Schwimmabteilung übergeben zu können. Zu guter Letzt verweise noch auf die Historie der Schwimmsparte auf unserer Homepage.

 

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Thekla Fuchs
Interview mit Manfred Wollschläger, das Gesicht des Fußballs im TSV Klausdorf

Interview mit Manfred Wollschläger, das Gesicht des Fußballs im TSV Klausdorf

Lieber Manfred, du bist seit vielen Jahrzehnten schon das Gesicht des Klausdorfer Fußballs. Wie lange bist du schon im Verein und wie bist du zum Fußball gekommen?

 

Meine ersten Spiele habe ich 1960 für den SV Probsteierhagen bestritten. Damals noch in einer altersmäßig sehr durchmischten Mannschaft (Alter von 11 – 16 Jahre), da wir für einzelne Altersgruppen nicht genügend Spieler hatten. Durch meinen beruflichen Wechsel in die Gemeindeverwaltung Klausdorf bin ich zur Saison 76/77 zum TSV Klausdorf gekommen. Auslöser für den Vereinswechsel war ein Fußballturnier zu den „Klausdorfer Tagen“, wo ich für die Mannschaft Gemeindevertreter/Verwaltung gespielt habe und dem damaligen Fußballobmann aufgefallen war.

 

Du hast dann ja auch schon sehr früh Verantwortung in der Fußballsparte übernommen?

 

Ich habe 1977 angefangen, die Abteilung in verschiedenen Positionen zu unterstützen. Das fing mit der Übernahme eines Jugendtrainerpostens an. Die Leitung der Fußballsparte habe ich erstmalig 1999-2003 übernommen. Weitere Amtszeiten folgten 2008-2014 und 2017 bis jetzt.

 

Wenn du nun einmal diese lange Zeit Revue passieren lässt, was waren für dich die größten Erfolge in diesen Jahren?

 

Als Aktiver erinnere ich mich gern an das Endspiel im Kieler Woche Pokal 1984 vor 800 Zuschauern auf dem Blaschkeplatz gegen Holstein Kiel.

Zu den größten Erfolgen als Trainer bzw. Funktionär zählen der Aufstieg mit der A-Jugend in die Regionalliga (damals die höchste Jugendspielklasse). Die damaligen Gegner waren u.a. Werder Bremen, HSV, Wolfsburg, Hannover und Holstein Kiel. Weiterer Höhepunkt in meiner Zeit als Abteilungsleiter war natürlich der Aufstieg unserer 1. Herrenmannschaft 2008 in die Oberliga Schleswig-Holstein.

 

Gerne erinnert man sich die erfolgreichen Dinge, es gab aber sicher auch eine Reihe von Enttäuschungen?

 

Dazu gehört auf jeden Fall ein Punktspiel der A-Jugend 1997 gegen den VfB Kiel. Es ging um die Meisterschaft auf Bezirksebene und dem damit verbundenen Aufstieg auf Verbandsebene. Vor einer Kulisse von ca. 300 Zuschauern gewannen wir das Spiel. Der VfB erwies sich als schlechter Verlierer und es kam nach dem Abpfiff zu massiven Handgreiflichkeiten zwischen Spielern und Zuschauern. Das war unbegreiflich und hat mich damals tief erschüttert.

Enttäuscht hat mich 2011 auch die Abtrennung der Frauenfußballerinnen von der Sparte Fußball, obwohl es einen gegenteiligen Beschluss der Fußballsparte hierzu gab.

 

Seit mittlerweile 13 Jahren bilden wir nun mit Raisdorf zusammen die Stadt Schwentinental. Wie entwickelte sich im Fußball die Zusammenarbeit mit dem Raisdorfer TSV und welche Vorteile oder auch Nachteile ergeben sich aus deiner Sicht?

 

Beide Ortsteile verfügen über ein großes Potenzial an Jugendlichen. Einen Vorteil sehe ich darin, dass man durch die Spielgemeinschaft allen Fußballern, egal welcher Leistungsstärke, die Möglichkeit gibt, ihrem Fußballsport nachgehen zu können und damit verbunden, spielende Mannschaften für alle Altersklassen melden zu können. Nachteile kann ich nicht benennen, außer dass einige der handelnden Personen nicht voll hinter der Zusammenarbeit stehen.

 

Ohne die Bereitschaft aller Beteiligten ist eben eine gemeinsame sportliche Zukunft nicht zu verwirklichen, das gilt aber sicher auch innerhalb unseres Vereins. Hattest du während deiner Zeit als Fußballverantwortlicher denn im TSV Probleme mit  Spielern oder Trainern?

 

Da kann ich mich an keine gravierenden Vorfälle erinnern. Klar gibt es in der Sparte verschiedene Ansichten, aber für deren Klärung bin ich ja auch zuständig. Bei den Spielern und Trainern gab es immer mal Gesprächsbedarf wegen der Nutzung des Grand- bzw. Rasenplatzes. Aber das gehört ja nun dankenswerter Weise der Vergangenheit an. Jetzt haben wir,  weil alle Mannschaften gern auf dem Kunstrasen spielen wollen, schon ein Luxusproblem, da auf dem Kunstrasenplatz der Platzaufbau („kreiden“) entfällt.

 

Der Fußball war und ist eines der Aushängeschilder des TSV Klausdorf. Andererseits muss der Vereinsvorstand alle Abteilungen im Blick haben und auch gleich behandeln. Wie war dein Verhältnis zum Vorstand, insbesondere als Interessenvertreter der wichtigsten Sparte im Verein?

 

Durch meine langjährige Tätigkeit innerhalb der Fußballsparte habe ich mit 6 Vorsitzenden zusammengearbeitet. Nicht jeder der Vorsitzenden war ein ausgesprochener Befürworter des Fußballs, aber letztendlich haben wir immer für beide Seiten akzeptable Lösungen gefunden. In vielen Fällen lag oder liegt die Entscheidung ja auch bei den politischen Gremien und denen gegenüber habe ich mich durch den Vorstand immer gut vertreten gefüllt.

 

Fußball ist in Deutschland noch immer die Sportart Nummer eins. Nach Beendigung deiner Tätigkeit als Fußball-Abteilungsleiters vielleicht Zeit ein kurzes Resumee. Wie siehst du die Zukunft des Fußballs in Klausdorf und wer folgt dir nach?

 

Da es immer weniger Jugendliche im Fußball gibt und wir mit anderen medialen Angeboten kämpfen, gestaltet es sich immer schwieriger, junge Leute für den aktiven Fußballsport zu begeistern. Die materiellen Angebote entscheiden häufig über den Zulauf. Die Zeiten von „11 Freunde wollen wir sein“ ist vorbei und darunter leidet auch die Bindung zum Verein. Der Einzelne schaut viel auf den sportlichen Erfolg und der ist im Mannschaftssport halt schwieriger zu erkennen als in einer Einzelsportart. Es ist dann häufig so, dass talentierte Spieler den Weg zu höherklassigen Vereinen suchen,  um ihre sportlichen Ziele zu erreichen.

Dem Fußball im TSV Klausdorf wird es aber so lange gutgehen, solang es weiterhin gute und motivierte Trainer und Ehrenamtler gibt, denn die sind das Aushängeschild einer Sparte. Mein Nachfolger als Fußball-Abteilungsleiter soll Karsten Jordan werden.

 

Du hinterlässt alleine schon aufgrund deiner jahrzehntelangen Erfahrung ziemlich große Fußstapfen für deinen Nachfolger. Was gibst du Karsten Jordan mit auf den Weg?

 

Meinem Nachfolger wünsche ich in seiner verantwortungsvollen Position immer ein glückliches Händchen.

Nicht zu impulsiv reagieren, sondern alles in der Breite diskutieren um erst danach Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen. Hierbei muss andererseits aber auch klar sein, dass nicht alles verhandelbar ist.

 

Ich bin sicher, du bleibst dem Fußball auch weiterhin verbunden. Hast du noch sportliche Pläne für die Zukunft?

 

Ich werde dem Verein als Zuschauer weiter die Treue halten und falls gewünscht auch mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Sportlich werde ich mich im Golfsport versuchen, da ich hier eine Sportart gefunden habe, die ich mit meiner Frau gemeinsam betreiben kann.

 

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Manfred Wollschläger
Interview mit Renate von Elm, leidenschaftliche Läuferin

Gespräch mit Renate von Elm, leidenschaftliche Läuferin und mit über 55 Jahren Vereinszugehörigkeit ein „Urgesteine“ im TSV Klausdorf.

Liebe Renate, du gehörst seit nunmehr 55 Jahren dem TSV Klausdorf als Mitglied an. In dieser Zeit hast du eine Menge Veränderungen und Umbrüche erlebt. Angesichts der Probleme, die uns heute das Corona-Virus bereitet, ist für uns interessant, etwas über die Anfangsjahre der Klausdorfer Läuferinnen und Läufer zu erfahren. Wann und wie bist du zum Sport und zum TSV Klausdorf gekommen?

1965 sind mein Mann Egon und ich nach Klausdorf gezogen. Schon ein Jahr später, nach der Geburt unseres Sohnes trat auch ich in den TSV Klausdorf ein. Anfangs habe ich hauptsächlich an den Gymnastik-Kursen teilgenommen und 1972  mein erstes Sportabzeichen gemacht.  Beim Laufen auf der „Langstrecke“, die damals lediglich 1.500 m betrug, hatte ich dennoch anfangs so große Schwierigkeiten, dass ich eine Laufpause bis 1976 eingelegt habe.

Du hast danach aber eine lange erfolgreiche Laufkarriere im TSV absolviert, wie musste man sich die Anfänge damals vorstellen?

1976  überredete mich mein Mann Egon, zum Erwerb meines zweiten Sportabzeichens wieder mit Lauftraining anzufangen. Die Männer-„Fitnessgruppe Freitag“, dessen Übungsleiter mein Mann war, lief regelmäßig nach dem Hallensport um 20.00 Uhr eine Trainingsrunde im Aubrook. Edelgard Licht und ich haben uns dieser Gruppe angeschlossen. Am Anfang liefen wir beide nur die Trimmwaldrunde zu den seinerzeit dort aufgebauten Geräten. Aber bald wurden auch für uns die Strecken immer länger. Wir waren damals die ersten Läuferinnen in Klausdorf, Laufen war zu der Zeit noch lange nicht so populär wie heute. Oft  rief man uns Sprüche hinterher wie: „Gibt es irgendwo Freibier?“ oder „Ei, wo laufen sie denn?“.

Von den 1.500 m „Langstrecke“ mit der du anfangs gehadert hast, führte dich dein Weg dann in den achtziger Jahren ins andere Extrem: zum Marathon. Wie kam es dazu?

Unserer Laufgruppe schloss sich Ende der siebziger Jahre ein Marathonläufer an. Mein Ziel war von diesem Zeitpunkt an: „Das will ich unbedingt auch schaffen“. 1982 war es dann soweit. Mein erster Marathonlauf war der „divi“-Rundkurs. In Ellerbek war Start. Von dort ging es an der Straße entlang, am DRK Heim Raisdorf vorbei auf den Rundkurs um das Gewerbegebiet ...18 Runden!!!

Es folgten dann in den Jahren danach noch insgesamt 39 Marathonläufe:  Holtenau, Gettorf, Plön, Wintermarathon in Husum bei eisiger Kälte, Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin und als absolutes Highlight in meinem Läuferleben die Teilnahme am Marathon von Honolulu auf Oahu/Hawaii. Es war ein einmaliges Erlebnis.

Das kann ich mir gut vorstellen, so etwas erlebt man nicht alle Tage. Aber noch mal zurück in heimische Gefilde. Das Laufen damals war sicher kein einsames Joggen, wohl eher ein geselliges Event?

Zu den Läufen um den Plöner See traten wir immer mit einer großen Gruppe an. Wir hatten Decken, Kaffee und Kuchen dabei und stärkten uns hinterher in gemütlicher Runde. Die Plöner-See-Runde bin ich oft als Einzel-, aber auch als Staffelläuferin gelaufen. Besonders im Gedächtnis blieben auch die Mitternachtsläufe durch Heiligenhafen und rund um den Binnensee. Die gesamte Strecke war dunkel und an vielen Stellen standen Leute mit Fackeln in den Händen.

In großen fröhlichen Gruppen haben wir an vielen Volksläufen teilgenommen, in Verkleidung zum Beispiel am jährlichen Silvesterläufen in Ellerbek. Nach meinem ersten Marathon schloss ich mich zusätzlich den Langstreckenläufern aus Ellerbek an. Langstreckenläufer sind sehr gesellig und laden sich gerne gegenseitig zum Laufen auf Ihren jeweiligen Hausstrecken ein.  Hinterher saßen wir oft noch in gemütlicher Runde zusammen.

Neben den geselligen Runden im Ellerbeker und Klausdorfer Lauftreff hast du aber auch für den TSV Klausdorf an zahlreichen Laufwettbewerben teilgenommen.

Als Einzel- und Mannschaftsläuferin startete ich regelmäßig bei Volks- und Crossläufen, Landesmeisterschaften, Norddeutschen- und sogar Deutschen Meisterschaften. Dabei konnten wir zahlreiche 1. und 2. Plätze erringen. Nach vielen Marathonläufen habe ich mir 1992 sogar noch eine ganz besondere Herausforderung gesucht und mit Erfolg an meinem ersten 100-km-Lauf teilgenommen.

Renate, du bist ja nicht nur gelaufen, du hast dich auch während deiner ganzen Zeit im TSV an vielen Stellen ehrenamtlich engagiert und Verantwortung übernommen.

Das bleibt natürlich nicht aus, da wächst man sozusagen rein, es hat aber auch neben dem Laufen viel Spaß gemacht, Dinge zu organisieren und auf den Weg zu bringen. Ich habe 12 Jahre lang von 1983 bis 1995 zusammen mit weiteren Helferinnen und Helfern Laufabzeichen und ab 1984 zusätzlich auch Sportabzeichen abgenommen. Im Mai 1986  haben wir den Klausdorfer Lauftreff gegründet, mit 5 Lauftreffleitern jeweils immer dienstags und freitags, auch in den Ferien!

1986 bis 2016 war ich Schriftführerin in der Abteilung Breitensport. Seit 2004 haben wir das Sportabzeichen im Rahmen der Klausdorfer Ferienpassaktion abgenommen. Über 30 Jahre hinweg habe ich, wie sich das für eine Klausdorfer Läuferin gehört, beim Nikolauslauf an der Strecke und in den ersten Jahren in der Organisation geholfen. 2012 übernahm ich den stellvertretenden Vorsitz der Abteilung Breitensport.

Corona ist aktuell eine große Herausforderung für den Breitensport.

Die Coronazeit ist für alle schwierig. Bei der Abnahme Sportabzeichen war ich ständig darum bemüht, die Abstände einzuhalten und darauf zu achten, dass ständig die Hände und die Sportgeräte desinfiziert wurden. Das ist aber überall so. Da ich selbst aktuell keine Kurse besuche, kann ich nur berichten, dass Bekannte, die Kurse belegt haben, mit dem Angebot durchweg sehr zufrieden sind. Aus meiner Sicht macht der Vorstand hier eine gute Arbeit.

Über das Lob freuen wir uns natürlich. Renate, du bist eine vorzügliche Sportlerin, dein Alter sieht man dir wahrlich nicht an. Wie gehst du heute deine sportlichen Herausforderungen an?

An Wettkämpfen nehme ich natürlich nicht mehr teil, nur noch an den Veranstaltungen vom Seniorencup. Zu Dritt laufen wir noch 2 x in der Woche 10 km und seit 16 Jahren bin ich Mitglied in einem Fitnessstudio, in dem ich 2 x in der Woche trainiere. Ausdauer- und Krafttraining ist die ideale Mischung um möglich lange fit zu bleiben. Mein sportlicher Anspruch mit 80 Jahren, dass ich noch möglichst lange laufen kann.

(Das Interview führte Jürgen Müller)

Renate von Elm (ganz links) mit Läuferinnen
Interview mit dem Leiter der Abteilung KidsClub, Michael Kaiser

Interview mit dem Leiter der Abteilung KidsClub, Michael Kaiser

Kannst du uns kurz deinen Werdegang schreiben, wo du lebst, welchen Beruf du hast?

Mein Name ist Michael Kaiser. Ich bin 37 Jahre alt und lebe in Schwentinental-Klausdorf. Geboren wurde ich in Kiel und aufgewachsen bin ich in Friedrichsort. Nach Beginn meiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, zog ich nach Kiel in die Innenstadt  und lebte dort einige Jahre, zusammen mit meiner jetzigen Frau.  Mittlerweile wohnen wir bereits 10 Jahre mit unseren beiden Kindern (7 und 5 Jahre alt) in Klausdorf.

Wie bist du zum TSV Klausdorf gekommen?

Zum TSV kam ich  ursprünglich über die Fußballabteilung. Dort war ich einige Jahre als Trainer der 2. Herren-Mannschaft tätig.

Hast du Verbindungen zu anderen Sparten und/oder zum Vorstand?

Die Verbindungen untereinander empfinde ich als sehr angenehm. Man findet bei Problemen immer auf ein offenes Ohr und jeder versucht, Lösungen zu finden und zu helfen

Was verbindest du persönlich mit dem Verein?

Ich verbinde mit dem Verein, dass hier eine Menge engagierter Menschen arbeiten, die sich immer wieder neu bemühen, etwas aktiv zu bewegen.

Wie bist du zur sportlichen Arbeit mit Kindern gekommen?

In erster Linie bin ich über meine eigenen beiden Kinder darauf aufmerksam geworden. Mir hat es von Anfang an großen Spaß gemacht, die unterschiedlichsten Kurse gemeinsam mit meinen Kindern zu besuchen und zu erleben. Dieses Gefühl war rückwirkend gesehen sicher der ausschlaggebende Punkt, warum ich die ehrenamtliche Arbeit als Abteilungsleiter angenommen habe.

Kannst du einmal kurz die Schwerpunkte in deiner Abteilung schildern?

Im vergangenen Jahr lagen diese eindeutig darin, die sich ständig wechselnden hygienische Konzepte zu entwickeln und diese zusammen  mit den Übungsleitern umzusetzen. Meinen hauptsächlichen aktuellen Schwerpunkt sehe ich in der Verbindung von Theorie und Praxis: In der Anordnung  der Geräte in der Sporthalle, in der Förderung der Kinder mit ihren unterschiedlichen Bewegungsmöglichkeiten und Interessen.

Wie empfindest du das Miteinander in der Sparte?

Ich persönlich empfinde, dass  alle Kinder, Helfer und die Verantwortlichen mit „Herz und Seele“ bei den unterschiedlichsten Kursen dabei sind. Soviel Engagement macht die Zusammenarbeit miteinander natürlich interessant. Dabei wünsche ich mir, dass der gezeigte Einsatz auch bei den Kinder und ihren Eltern entsprechend wahrgenommen wird.

Hast du bestimmte Ziele mit der Sparte? Welche Entwicklung würdest du gerne anstoßen?

Trotz der aktuellen Pandemiezeit wäre es natürlich schön, sofern es die Zahlen entsprechend zulassen würden, wieder in den geregelten Sportbetrieb zurückkehren zu können. Für mich ist es aber am Wichtigsten, dass sich die Kinder und ihre Eltern  bei uns wohlfühlen und unsere Kurse gerne besuchen. Im Familienalltag spielt Zeit oft eine wichtige Rolle und häufig wird der eigene Sport dem Sport der Kinder untergeordnet. Ich wünsche mir für die Zukunft kombinierbare Lösungen, die den gemeinsamen sportlichen Spaß für alle Generationen in den Mittelpunkt stellen.

Was wünscht du dir für deine Sparte?

Natürlich wünsche ich mir, dass sich die Kinder und ihre Eltern jederzeit  bei uns wohlfühlen und unsere Kurse gerne besuchen.

Welche Wünsche hast du persönlich für deine Zukunft?

Der wichtigste Wunsch ist natürlich weiterhin gesund in die Zukunft blicken zu können. Spannend wird es sein, unsere Kinder beim Erwachsenwerden zu begleiten und sie bestmöglich dabei zu unterstützen.

Michael Kaiser