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Es war ein großes Finale für das TSV-Jubiläumsjahr versprochen worden. Doch was die Zuschauer in der vollen Uttoxeterhalle erleben durften, übertraf alle Erwartungen. Mit Superlativen soll man bekanntlich sparsam umgehen, aber die Sportshow am 26. November wird in die Geschichte des TSV Klausdorf als ein absoluter Höhepunkt eingehen. Was Dietmar Luckau und das ORGA-TEAM der Sportshow auf die Beine gestellt haben, braucht den Vergleich mit großen Sportshows in der Kieler Sparkassenarena nicht zu scheuen. Den Organisatoren und den vielen fleißigen Helfern gebührt allergrößter Dank!

Die gelungene Mischung aus Vereinssport und Spitzenleistungen aus klassischen und exotischen Sportarten, gemischt mit Slapstick und Akrobatik, hielt das Publikum vom Anfang bis zum Ende gefangen und löste immer wieder tosenden Beifall aus. Die Moderatorin Viola Schnittger führte durch ein dichtes Programm, in dem es kaum Zeit zum Atemholen gab — die Veranstaltungsregie brannte über drei Stunden, unterbrochen nur von einer kurzen Pause, ein nicht enden wollendes Feuerwerk an Höhepunkten ab. Perfekt war dabei die Bühnentechnik —Sound- und Lichteffekte vom Feinsten — und die einzelnen Acts gingen dank einer profihaften Veranstaltungsregie und eines eingespielten Umbauteams nahtlos ineinander über.

Die Show begann mit dem für das Jubiläumsjahr erstellten Image-Film des TSV. Selbst wer diese rasant geschnittenen Bilder aus dem Sportbetrieb der einzelnen Sparten schon einmal gesehen hatte, war von der Vorführung in der Uttoxeterhalle beeindruckt — die Tontechnik brachte den Hallenboden zum Vibrieren, auf der großen Videowand war das Sportgeschehen hautnah zu erleben. So eingestimmt eröffnete die Moderatorin Viola Schnittger einen bunten Reigen außergewöhnlicher Darbietungen.

Es begann mit der jüngsten Sparte des TSV: Den E-Ballern aus dem DRK-Internat in Raisdorf. In einem kurzen Match zeigten die Sportler mit welch großem Geschick sie mit ihren Rollstühlen und den daran befestigten Schlägern einen Golfball in das gegnerische Tor versenken können. Eine Sportart, die höchste Konzentration erfordert und die Spieler auch körperlich stark beansprucht.

E-Ball

Weiter ging es mit den Zumba-Kids des TSV, die zu heißen Rhythmen die Halle so richtig rockten. Die Truppe von Olesya Rienecker machte Lust auf mehr und die Zugabe sollte später in der Show noch kommen. Doch erst einmal hatten die Senioren des TSV ihren großen Auftritt: Was für ein Kontrast! Mit Rollatoren und Krücken schleppten sie sich mit scheinbar letzter Kraft auf die Bühne, im Publikum wollte fast Mitleid aufkommen. Plötzlich waren die „Hilfsmittel“ verschwunden und eine große Gruppe munterer TSV-Seniorensportler aus der Sparte Fitness und Gesundheit zeigte zu einem flotten Sound, dass man im Alter außerordentlich beweglich sein und sich auch den Sinn für Selbstironie bewahren kann.

Großes Kino gab es dann mit dem 1. Latin Team Kiel, das betreut von ihrem Trainer Markus Baumgartner mit einem beeindruckenden Formationstanz zu heißblütiger Musik aus Südamerika begeisterte. Hier zeigte sich, dass auch Amateursportler mit viel Trainingsfleiß zu Spitzenleistungen in der Lage sind. Viel Zeit für andere Hobbies dürfte aber nicht mehr bleiben.


Kaum waren die Tänzer von der Bühne, musste das Umbauteam ran und die Bühne für die Leistungsturnerinnen des RTSV vorbereiten. Eine langweilige Pause? Nicht im Geringsten, da der Jongleur Kai Herzig mit Bällen und Ringen das Publikum nicht nur ablenkte, sondern hervorragend unterhielt. Und dann war die Bühne frei für die Raisdorfer Turnerinnen, die auf dem Schwebebalken und am Boden ihr großes Können zeigten. Die Beweglichkeit und Körperbeherrschung der jungen Turnerinnen war faszinierend — sie brannten ein "Feuerwerk der Turnkunst" ab, das man am 7. Januar in der Kieler Sparkassenarena nochmals genießen kann. Das war schon beste Werbung in eigener Sache.

Zwischendurch hatte der TSV-Vorsitzende Jürgen Müller seinen ersten Auftritt. Die Leiterin der Schwentinentaler Filiale der Firma C&A überreichte ihm einen dicken Scheck zur Förderung des Klausdorfer Vereinssports. Da dürfte sich Jürgen Müller gefragt haben, ob denn heute schon Weihnachten ist. Aber zum 100sten fallen die Geschenke eben etwas größer aus.

Nach diesem schönen Intermezzo ging es gleich sportlich mit der Jazzdance-Gruppe des TSV weiter. Silke Steffen und ihre Mittänzerinnen zeigten eine Jazzdance-Nummer in Vollendung. Dabei wurden längst vergangene Zeiten wieder lebendig und die Schwarz-Weiß-Bilder, die bei der Musik im Hinterkopf auftauchten, verwandelten sich in einen bunten Bilderbogen.

So eingestimmt konnte das Publikum anschließend den Einrad Landeskader Schleswig-Holstein begrüßen, der mit seiner Harry Potter-Performance beeindruckte. Unglaublich was auf Einrädern alles gezaubert werden kann! Die Zauberinnen bildeten mit ihren wackligen Sportgeräte eine Einheit, die anspruchsvolle Choreographie wurde gekonnt umgesetzt — es war einfach zauberhaft!

Für große Heiterkeit sorgten dann die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Klausdorf, die „untrennbar“ miteinander verbunden zu einer Tanzeinlage antraten. Man wusste gar nicht so genau, wieviel Beine in attraktiven Strumpfhosen an den Start gingen. Und vor allem kam die Frage auf: Zu wem gehören denn diese Beine? Hoffentlich wurde hinterher alles wieder gut sortiert.

Ausgezeichnet sortiert war in jedem Fall die Aufführung der weltmeisterlichen Modern Dance-Truppe von der Tanzschule K-System in Kiel. Die Tänzerinnen und Tänzer ließen Anna Karenina wieder auferstehen und inszenierten dann eindrucksvoll das tragische Ende von Anna. Das war große Unterhaltung für die Zuschauer in der Uttoxeterhalle, denen dann erst einmal eine kleine Pause gegönnt wurde.

Sofort nach der Pause gab es mit einer Lasershow schon das nächste Highlight. Die Laser zeichneten begleitet von hämmernden Rhythmen bunte Schleier und tanzende Bilder in die dunkle Halle. Besonders die jugendlichen Zuschauer konnten davon gar nicht genug bekommen. Doch auf die Laser folgten ganz nach dem Geschmack der Jugendlichen die nächsten beiden Gruppen von K-System: Breakdance und Hip-Hop gingen an den Start und sorgten für Begeisterung. Das ging ab!

Nach einem blitzschnellen Umbau übernahmen die Übungsleiter des TSV die Bühne. Ihre Pezzibälle, die auf überdimensionierten Blumentöpfen thronten, wurden als Trommeln zweckentfremdet. Den Zuschauern blieb gar nichts anderes übrig als mit zu klatschen und sich von der guten Laune anstecken zu lassen.

Und dann hatte Jürgen Müller seinen zweiten Auftritt: Die offizielle Ehrung des TSV Klausdorf zum 100. Geburtstag stand an. Eckhard Jacobs vom Innenministerium des Landes war nicht mit leeren Händen gekommen. Erst einmal lobte er allerdings die tolle Geburtstagsparty des TSV, die er in einer solchen Form noch bei keinem Verein gesehen hatte. Er war voller Bewunderung für die ehrenamtlichen Organisatoren und Helfer. Dann gab es von ihm die Ehrenurkunde des Ministerpräsidenten und einen Scheck des Innenministers. Gesteigert wurde das Ganze noch als Herr Jakobs sein Jackett zuknöpfte und die Ehrenurkunde des Bundespräsidenten mit Plakette überreichte.

War das schon das Ende der Sportshow? Nein, denn es folgte die Gruppe Celtic Dance unter der Leitung ihres Trainers Gernot Graaf. Es gab eine mitreißende Vorführung irischen Tanzes, die Hard Shoes der Tänzerinnen brachten die Halle zum Beben. Höhepunkt war zweifellos das Duell der Tänzerinnen mit ihrem Trainer, die sich gegenseitig, ganz untypisch, in der Geschwindigkeit der Schrittfolgen zu übertreffen versuchten.

Weiter ging es nicht weniger dynamisch mit den „Funny Skippers“ aus Lüneburg und ihrer „Rope Skipping“-Vorführung. „Rope was?“, fragten sich zu Beginn nicht wenige Zuschauer. Nun, das ist so etwas wie Seilspringen — aber viel schneller und viel akrobatischer. Und die Funny Skippers beherrschen ihre Ropes perfekt, schon auf Weltmeisterschaften haben sie ihre Kunst mit viel Erfolg vorgeführt. Davon konnte sich auch das Publikum in der Uttoxeter-Halle überzeugen, die Mädchen ließen die Seile bei ihren akrobatischen Einlagen mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch die Luft schnellen. Kaum zu fassen!

Und dann näherte sich die Sportshow (leider) dem Ende. Den Abschluss einer Show der Superlative bildete die Zumba-Gruppe des TSV: Erst hatten die Erwachsenen ihren großen Auftritt, dann kamen die Zumba-Kids dazu, um die Halle endgültig in eine ausgelassene Zumba-Stimmung zu versetzen. Das hätte noch lange so weitergehen können.

Als alle beteiligten Akteure – wohl mehr als 150 Sportlerinnen und Sportler - am Ende die Veranstaltungsfläche stürmten, gab es stehende Ovationen von dem restlos begeisterten Publikum. Ein Feuerwerk mit Konfettiregen rundete das Finale ab. Es war schön zu sehen, dass die beteiligten Sportler, egal ob Leistungssportler oder Amateure, selbst großen Spaß an der Show hatten. Es wurde auf der Veranstaltungsfläche von allen teilnehmenden Akteuren ausgelassen gefeiert und fotografiert.

Diese Sportshow war wahrlich der krönende Abschluss des Jubiläumsjahrs „100 Jahre TSV Klausdorf“ und es wird wohl viele, viele Jahre dauern, bis in Schwentinental etwas Vergleichbares zu sehen sein wird.

Der TSV Klausdorf dankt für dieses gigantische Ereignis!

Fotos gibt es hier.

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