Für die Integration von Flüchtlingen ist der Sportverein ein idealer Partner. Verfolgte Menschen, die auf der Flucht zu uns kommen, hier nicht arbeiten dürfen, weder unsere Sprache noch unsere Lebensweise kennen, können aber mit Sicherheit eines: Sport treiben. In der Gemeinschaft laufen, Fußball spielen, vielleicht auch Basketball oder Judo, das sind die Angebote, die wir ihnen geben können. Wir fangen die Menschen dadurch auf, geben ihnen das Gefühl der Gemeinschaft und unterstützen sie damit auf ihrem Weg der Integration in unsere Gesellschaft.

Auf dem Weg dorthin hilft uns das neue Ehrenamtsbüro der Stadt Schwentinental. Unser spontanes Angebot nach der Neujahrsansprache unseres Bürgermeisters Michael Stremlau, in der er auf das Problem der Integration der Flüchtlinge in unserer Stadt aufmerksam gemacht hat, sportwillige Flüchtlinge, die hier leben, in den Verein aufzunehmen, wird durch die Hilfe des Ehrenamtsbüros nun mit Leben gefüllt.

Am 19. Mai traf sich der Vorstand mit der neuen Ehrenamtsbeauftragten der Stadt, Frau Giuliana Runge, um zu überlegen, wie unser Sportangebot an die Neubürger gebracht werden kann. Erst einmal galt es die Sprachbarrieren zu erkennen sowie die Heimatländer der Flüchtlinge. Obwohl die Herkunftsländer mit Syrien, Irak, Afghanistan bzw. Eritrea im Wesentlichen den Nahen Osten und Nordafrika umfassen, ist beim Kontakt mit den meisten Menschen Englisch die Sprache der Wahl. Frau Runge bot darüber hinaus an, beim Erstkontakt auch vom Arabischen und Tigrinischen (Eritrea) zu übersetzen.

Natürlich sind nicht alle Flüchtlinge gleich sportlich, bzw. sofort an sportlichen Tätigkeiten interessiert, dennoch gibt es eine größere Anzahl von Menschen, die gerne auch in der Gemeinschaft Sport treiben möchten. Diese Personen, im Wesentlichen Erwachsene und eher weniger Kinder, wird Frau Runge ansprechen und am 12. Juni auf Einladung des TSV Klausdorf zu einer kleinen Grillparty ins Vereinsheim mitbringen. Hier wollen wir die Flüchtlinge kennenlernen, zusammen mit ihren Vorstellungen und Wünschen in Bezug auf den Sport. Es wäre schön, wenn engagierte Vereinsmitglieder uns bei unserem Vorhaben unterstützen und an diesem Tag ab 17:00 Uhr mal im Vereinsheim vorbeischauen.

Auch wenn die Integration im Vordergrund steht und wir im Verein hierbei gerne helfen möchten, liegen die Hindernisse eher im Kleinen: Wir kommen die Sportwilligen von ihren Unterkünften zum Trainingsort und auch wieder zurück? Kann man Fahrdienste organisieren? Finden wir dafür ehrenamtliche Helfer? Finden wir Sprachpaten? Woher bekommen wir Sportbekleidung (z.B. für Schwimmer)?

Der Vorstand ist jedenfalls optimistisch, mit Hilfe von Frau Runge und ihrem Ehrenamtsbüro unserem Versprechen gerecht zu werden und unseren Neubürgern, die aus lebensbedrohlichen Verhältnissen zu uns geflüchtet sind, mit Hilfe des Sports ein sicheres und angstfreies Lebensgefühl zu vermitteln.

Jürgen Müller

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