Nachdenkliches zum Ehrenamt

Leider musste ich vor kurzem meinen Hausarzt aufsuchen. Um mir die Wartezeit zu verkürzen, griff ich mir den „Spiegel" und fand dort einen zwar kurzen, dennoch aber bemerkenswerten Artikel.

Eine Tischtennisbundesligamannschaft der Frauen musste vom Spielbetrieb abgemeldet werden, da der Verein es nicht mehr schaffte, zu Punktspielen eine ausreichende Anzahl an ehrenamtlichen Helfern zusammen zu bekommen, die bereit waren, die Spieltage zu organisieren. Dabei bewegte sich das Team auf gesichertem finanziellem Boden. Es waren ausreichend Sponsoren vorhanden, die die Mannschaft unterstützte. Es folgte ein Hinweis auf eine zusätzliche Recherche bei einem sportwissenschaftlichen Institut, dass dies kein Einzelfall, sondern eher der Trend in Deutschland ist.

Man macht es sich sicherlich zu einfach, wenn man die immer kleiner werdende Anzahl an ehrenamtlichen Helfern ausschließlich auf einen sich ausbreitenden Egoismus schiebt. Die Menschen müssen mehr arbeiten, um sich „über Wasser" zu halten. Ein Job reicht oftmals nicht mehr aus. Der Arbeitsmarkt erwartet außerdem ein hohes Maß an zeitlicher Flexibilität, so dass eine geregelte Freizeitgestaltung und damit auch die zuverlässige Wahrnehmung eines Ehrenamts schwer zu organisieren ist.

Im Ergebnis führt dies dazu, dass auf diejenigen, die sich dennoch engagieren, der Aufwand und der Einsatz größer wird — mit der Folge, dass nach einer gewissen Zeit die Motivation nachlässt und eine gewisse Amtsmüdigkeit eintritt. Die Alternative heißt dann, dass Vereine ihre Angebote einschränken oder aber verstärkt auf hauptamtliche Kräfte zurückgreifen müssen Das führt naturgemäß zu einer deutlichen Steigerung der Mitgliedsbeiträge, in deren Folge, sich nicht mehr jeder den Vereinssport leisten kann.

Nachdem ich gerade am Neujahrsempfang der Stadt Schwentinental teilgenommen habe, an dem (zu Recht) der vielen Ehrenämtler für ihr Engagement nahezu von jedem gedankt wurde, der die Gelegenheit hatte zu diesem Anlass das Mikrofon zu ergreifen, sitze ich jetzt hier und frage mich, ob es unserem Verein eines Tages auch so ergehen wird, wie der Tischtennisbundesliga Frauenmannschaft, und was zu tun ist, um solches zu verhindern?

Ich möchte euch, liebe Mitglieder des TSV Klausdorf, dazu einladen, mir eure Ideen hierzu einmal mitzuteilen. Schreibt mir, welche Möglichkeiten ihr seht, das Ehrenamt in unserem Verein zu stärken. Teilt mir mit, ob und in welchem Bereich und in welchem Umfang ihr euch ein Engagement im TSV Klausdorf vorstellen könnt (ohne sich gleich verpflichtet zu fühlen). Ich wäre auch daran interessiert zu erfahren, welche Gründe euch bislang daran gehindert haben, ehrenamtlich tätig zu werden. Was haltet ihr von der Idee, zu einem „Runden Tisch" einzuladen, um zu dieser Thematik in die Diskussion zu kommen? Ein Hinweis, ob ihr in Auszügen einer Veröffentlichung eures Beitrages zustimmen würdet, wäre hilfreich.

Ich bin gespannt! Schreibt einfach eine Mail an die TSV-Geschäftsstelle: Geschaeftsstelle@tsv-klausdorf.de mit dem Betreff „Ehrenamt".
Euer Dietmar Luckau
(2. Vorsitzender des TSV Klausdorf)

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