Am 25.08.2014 hatte die Stadt zu einem „Runden Tisch" aller Nutzer der beiden Lehrschwimmbecken in Schwentinental eingeladen. Das Ziel dieser Veranstaltung war, Raisdorfer Gruppen die Möglichkeit zu geben, das Lehrschwimmbecken in Klausdorf zu nutzen. Geleitet wurde die Veranstaltung von Professor Kähler, der bereits für den Sportentwicklungsplan der Stadt verantwortlich zeichnet. Was ist dabei herauskommen? Welche Konsequenzen ergeben sich für den TSV?

Die Politik war vertreten durch die Bürgervorsteherin Lange-Hitzbleck, dem Vorsitzenden des Sport- und Jugendausschusses Herrn Kirschstein, dem Vorsitzenden der CDU Herrn Yilmaz, sowie dem Fraktionsvorsitzenden der SPD Herrn Sindt. Die Stadtverwaltung wurde durch den Bürgermeister Stremlau und durch die Herren Menz und Frehse vertreten.

Zu Beginn machte Professor Kähler allen Anwesenden deutlich, dass es aus seiner Sicht aufgrund hoher Sanierungs- und Unterhaltungskosten für die Stadt keine ernsthafte Alternative zur Schließung des Lehrschwimmbeckens in Raisdorf gäbe. Diesem Fazit wurde von keinem der anwesenden Verantwortlichen aus Selbstverwaltung und Verwaltung widersprochen. Damit musste allen Beteiligten des „Runden Tisches" klar sein, dass der entsprechende Beschluss durch die Stadtvertretung nur noch eine Formsache ist.

Ich beschreibe diesen Prozess, weil damit deutlich wird, dass die daraus resultierenden Folgen die Nutzer nicht zu verantworten haben.
Ebenso deutlich wurde auch, dass die Verantwortlichen der Stadt gerade von dem Hauptnutzer des Lehrschwimmbeckens in Klausdorf, und das ist nun mal der TSV (neben der VHS), ein hohes Maß an Flexibilität und Kompromissbereitschaft erwarteten. Professor Kähler legte zu Beginn eine Prioritätenliste fest, die von allen Nutzern anerkannt wurde. Danach ist dem Schulsport oberste Priorität einzuräumen. Als zweites folgt die Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen durch andere. Die dritte Priorität liegt beim Gesundheitssport. Bei diesen Prioritäten steht das Gemeinwohl im Vordergrund im Gegensatz zu der vierten Priorität, bei der es ausschließlich um das Individualinteresse der persönlichen Fitness geht.

Alle Nutzergruppen wurden dann aufgefordert, ihre Wunschzeiten auf einem Stundenplan einzutragen, der für alle ersichtlich war, so dass Überschneidungen deutlich wurden. In vielen Gesprächen und Verhandlungen an der „gefertigten" Pinnwand wurden durch alle Nutzer Kompromisslinien gesucht. Dabei wurde u.a. deutlich, dass die Schulen erste Priorität bei der Besetzung der Vormittagsstunden haben. Unser Wunsch auch der Schule feste Zeiten in der Halle zu zuweisen, um Planungssicherheit für alle Gruppen zu erhalten, wurde durch die Leitung der Astrid-Lindgren-Schule mit Unterstützung von Herrn Professor Kähler widersprochen. Alle Nutzer der Vormittagsstunden müssen sich also darauf einstellen, dass ihre Zeiten sich zukünftig nach den Stundenplänen der Grundschulen in Schwentinental richten, die sich jedes Schuljahr verändern können.

Letztlich wurde ein Ergebnis erzielt, dass den Nutzern des TSV Klausdorf einiges an Flexibilität abverlangen wird. Mit Ausnahme der Schwimmkurse sind hiervon alle betroffen. Positiv ist anzumerken, dass keine Übungs- bzw. Schwimmstunde verloren gegangen ist, wenn sich auch Nutzungszeiten verändern werden. Welche Zeiten für welche Gruppen zukünftig vorgesehen sind, wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Auf dem neuen Nutzungsplan ist zu erkennen, dass es noch "freie" Stunden gibt. Sollte sich eine Gruppe für eine dieser Zeiten entscheiden, möge sie diese umgehend der Geschäftsstelle mitteilen.

Der neue Plan tritt am 27.10.2014 in Kraft und gilt für die Dauer von einem Jahr. Bürgermeister Stremlau hat zugesagt, dass sich alle Nutzergruppen etwa März/April 2015 treffen werden, um Erfahrungen auszutauschen und ggf. Veränderungswünsche zu diskutieren.

Mein Persönliches Fazit:

1. Klare Zielrichtung des Moderators war ein Ergebnis über die Vergabe der Hallenzeiten an diesem Abend herzustellen. Dies sorgte für einen starken Einigungsdruck bei den Teilnehmern, mit der Konsequenz, dass Rücksprachen im eigenen Verein mit Spartenleitungen und Übungsleitern nicht möglich war.

2. Während allen Gruppen ein hohes Maß an Kompromissbereitschaft zugemutet wurde, galt dies nicht für die Schule. Man hätte sich durchaus auch mit der Frage beschäftigen können, ob die ALS im Freibad Raisdorf Schwimmunterricht geben kann, so wie es zukünftig die Grundschule Raisdorf in Klausdorf machen wird.

3. Eine inhaltliche Diskussion z.B. über die Frage, ob es 3 Anbieter (TSV, DLRG, VHS) geben muss, die Schwimmunterricht anbieten, fand nicht statt.
Diese Gründe führten dazu, dass ich mich bei der abschließenden Abstimmung, die Professor Kähler einforderte, als einziger der Stimme enthalten habe. Jeder darf die Abstimmung gerne selbst bewerten, wenn die Stimme eines Gruppenleiters von 5 Schwimmern den gleichen Abstimmungswert hat, wie die eines Gruppenvertreters mit annähernd 400 Nutzern.

Bei aller Kritik an dem neuen Hallenplan bitte ich zu berücksichtigen, dass ich als Vertreter des TSV immer auch das Gesamtwohl des Vereins zu beachten habe und dies heißt auch daran zu denken, dass wir auch zukünftig auf das Wohlwollen der Stadtvertreter und der Stadtverwaltung angewiesen sind.

Dietmar Luckau 2. Vorsitzender

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